Konzerte & Party

Muse spielen auf dem Lollapalooza Berlin

Muse

And the headliner is: Muse! Am Montagabend luden die Lollapalooza-Veranstalter zu einem ersten Party-Warm-Up im ehemaligen Offizierskasino des Flughafen Tempelhof, also jenem Areal, auf dem das amerikanische Festival am 12. und 13. September 2015 seine einzige europäische Filiale errichten wird. Hauptprogrammpunkt: Festival-Gründer Perry Farrell sollte den letzten noch nicht bekanntgegebenen Headliner verkünden.
Der Musiker hatte dann aber doch Besseres in Los Angeles zu tun und überließ die Verkündigung des Headliners neben den schon bekannten Zugpferden Beatsteaks, Macklemore & Lewis und Seeed dem englischen Festival-Booker Melvin Benn und seinem Berliner Kollegen Stefan Lehmkuhl. Beide konnten die Verpflichtung der britischen Band Muse verkünden, die Ende dieser Woche ihr neues Album „Drones“ veröffentlichen wird. Passend zur Ankündigung veröffentlichte das Trio dieser Tage auch ein zweites Video zur kommenden Platte (siehe unten).
Farrell machte dann aber doch noch einen Versuch per Skype mit seinem Berliner Publikum und den Pressevertretern Kontakt aufzunehmen. Arg verspätet allerdings, denn der einstige Jane’s Addiction-Sänger hatte in eine Cafй in Los Angeles gerade sein Wlan-Passwort verlegt.
Schließlich aber wurde dann doch noch eine Verbindung möglich und Farrell blieb es zu verkünden, dass auch er selbst beim Festival auftreten würde – nicht mit seiner alten Band, sondern mit einem neuen House-Projekt. Nachdem Melvin Benn die Entscheidung für Berlin als einzigem europäischem Lollapalooza-Austragungsort mit den Worten begründete: „Wir hätten es überall machen können, aber wir haben die beste Stadt gewählt.“ Perry Farrell brachte noch eine persönliche Komponente ins Spiel: Er sei eng befreundet mit der Familie des 1991 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommenen Musikpromoters Bill Graham, dem – so Farrell „größten Konzertveranstalter aller Zeiten“. Und dessen Hinterbliebene seinen sehr froh darüber, dass er sein Festival nun ausgerechnet in Berlin veranstalte.
Die Gründe für deren Begeisterung ließ Farrell zwar offen, aber sie werden wohl darin begründet sein, dass Bill Graham, der wie kein Anderer seit den 1960er Jahre das Rock-Live-Geschäft in den USA prägte, eigentlich auf den Namen Wolfgang Grajonza hörte und 1931 in Berlin zur Welt gekommen ist. Als Jude wurde ihm ein Leben in seiner Geburtsstadt jedoch von den Nazis bald verwehrt, er gelangte als Waisenkind in die USA, wo er beeindruckend seinen Weg machte.
Hier schließt sich nicht nur für Familie Graham ein Kreis, sondern auch für uns Berliner ist es eine schöne Fügung, dass Bill Grahams guter Geist zurück in die Stadt finden wird.

Text: Hagen Liebing

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