Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Danzig: Schwarzer Sommer

Zuletzt schien Glenn Danzig musikalisch abgetaucht. Doch nach sechsjähriger Pause gelingt dem Mann mit dem ariosen Bariton ein großer Wurf: Sein neuntes Album ist prallvoll mit bluesgetränktem Heavy Rock samt expressiven, klanglich verfremdeten Gitarrenriffs von Prongs Tommy Victor. Gesanglich ist der Bandchef gut aufgelegt, ob er in wölfisches Heulen verfällt wie im gefährlich kriechenden „Black Candy“ oder den finsteren Widergänger Elvis gibt („On A Wicked Night“).

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Hörenswert

Danzig, Dethred Sabaoth (FM Records/Evilive)

 

Rox: Designer-Soul

„No Going Back“ klingt nach Klassiker: der brummelnde Bass, das tiefe Timbre von Roxanne Tataei, das per Hammondorgel noch aufs Euphorie-Podest gehoben wird. Und doch glänzen hier nicht die goldenen Tage des Soul, sondern eine goldene Nase, die sich die Managerin von Duffy mit einem neuen Schützling verdienen will. Mit dem Studium von Amy Winehouse und eben Duffy wurde der 21-jährigen Londonerin eine Rückwärtsgewandtheit beigebracht, die sich mittels Soul-R’n’B- und Gospelgebräu ins Interieur jeder Boutique oder jedes Kaffeeausschanks dieser Welt einfügen kann und soll.

Text: Hagen Liebing

tip-Bewertung: Annehmbar

ROX, Memoirs (Beggars Group/Rough Trade)

 

Eminem: Comeback Teil 2

Er wurde vor etwas über einer Dekade zum weißen Rapstar. Mit „Relapse“ gelang ihm dann nach Medikamentenabhängigkeit im letzten Jahr das Comeback. Nun folgt schon wieder ein neues Album – mehr als eine Resteverwertung: Eminem spittet sich von einer Pointe zur nächsten und flirtet mit dem süßen Pop-Appeal, indem er Rihanna und Pink featured. Produziert wurde „Recovery“ unter anderem von seinem Mentor Dr. Dre – stilistisch kein innovativer Wechsel. Und das ist hier zumindest keine schlechte Nachricht.

Text: Jan Schimmang

tip-Bewertung: Annehmbar

Eminem, Recovery (Universal)

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