Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Glasvegas: Euphoric HeartbreakGroße Gefühle
Alles, was Phil Spector in nicht realisierten Wall-Of-Sound-Träumen durchgespielt hat, wird bei Glasvegas doch noch wahr. Die Schotten treten in der klassischen Rock-Besetzung an, aber immer wieder steht man vor monströsen Keyboard-Wänden, die dem Album den Charakter einer gewaltigen Sinfonie geben. Den verletzlichen Gegenpol zum bombastischen Soundspektakel bildet dabei James Allan. Dieser kleine Elvis singt so inbrünstig, als wolle er nicht nur sein eigenes, sondern gleich alle Herzen der Welt in beide Hände nehmen. Er geht durch ein Wechselbad der Gefühle, das bei „Pain, Pain Never Again“ beginnt und mit „Euphoria, Take My Hand“ und „Change“ endet. Ihn und die Band dabei zu begleiten, ist ein Erlebnis.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

Glasvegas, Euphoric /// Heartbreak \\\ (Columbia/Sony Music)

 

Ayo: Billie-EveLife’s hard
Auf ihrem Solodebüt „Joyful“ hatte einem Ayo selbst schwierige Songinhalte noch mit einer wohltuenden Leichtigkeit schmackhaft gemacht, davon will sie nun nichts mehr wissen. Die Vokalistin orientiert sich rockwärts, präsentiert sich schroff und sperrig, singt beklemmend-ernst vom Aufbrechen alter Wunden („Before (After)“), von den Gefahren harter Drogen („Black Spoon“) oder dem Kampf gegen Krebs („Julia“). All das mag der adäquate Ausdruck eines Reifeprozesses sein – und doch wünscht man sich die unbekümmerte Ayo von früher zurück.

Text: Harald Kepler

tip-Bewertung: Zwiespältig

Ayo, Billie-Eve (Polydor France/Universal)

 

Quest For Fire: Lights From ParadiseDoom, Druck und Drogen
Haben Sie sich schon einmal wie ein Fisch in einer pulsierenden Lava-Lampe gefühlt? Diese vier Kanadier machen es mit ihrem zweiten Album möglich. Ihr schleppend-schwerer Psychedelic-Rock bewegt sich auf dem Scheitelpunkt zwischen frühen Black Sabbath, den befreundeten Landsmännern und –Frauen von Black Mountain und den etwas lyrischer veranlagten amerikanischen Nachbarn Arbouretum. Nur dass hier der mächtige Doom-Rock mit dem schweren Bass-Gegrabe auch noch mittels Violine in elegische Höhen transportiert wird. American Gothic – verwunschen, entrückt und stellenweise sogar mit schönen Pink-Floyd-Reminiszenzen.

Text: Hagen Liebing

tip-Bewertung: Hörenswert

Quest For Fire, Lights From Paradise (Tee Pee / Cargo)

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