Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Fleet Foxes: Helplessness BluesFolk mit kleinen Veränderungen
Es ist alles noch da: die akustischen Instrumente, die Harmoniegesänge und die herzerwärmenden Melodien. Erneut kommen Erinnerungen an das Werk von Crosby, Stills & Nash und Paul Simon auf. Irgendwann erreicht man beim Hören dieses Albums aber den Punkt, wo man sich dringend wünscht, dass diese Band mal den gewohnten Pfad verlässt. Dieser Überraschungsmoment kommt dann tatsächlich im achtminütigen Stück „The Shrine/An Argument“. Plötzlich wird Sänger Robin Pecknold auch mal rabiat und beginnt die Band zu improvisieren. Der Höhepunkt: eine Bassklarinette. Schwer und bedrohlich bauen sich ihre Akkorde auf. Wer hätte bei den Fleet Foxes ernsthaft mit einem Element gerechnet, das mehr mit John Coltrane als mit den Granden des Folk zu tun hat?

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

Fleet Foxes, Helplessness Blues (Bella Union/Universal)

 

Panda Bear: TomboyZwischen Tagtraum und Pop
Mit verhackstückten Harmonien, einem großen Fundus an Sam­ples und faszinierend inkohärenten Beats wurde Noah Lennox alias Panda Bear zum Favoriten der Indienet-Gemeinde. Seine neuen Songs hat er erst in einem dunklen Keller in Lissabon aufgenommen und dann von Pete Kember im Blanker-Unsinn-Studio von MGMT mixen lassen. Schon hört sich alles gruseliger und geheimnisvoller an. In „Scheherezade“ kommt sogar eine unheimliche Atmosphäre wie in „Twin Peaks“ auf. Kember, seit seiner Zeit bei Spacemen 3 Freund psychedelischer Klänge, hat für mehr Verschwommenheit und Tagtraumcharakter gesorgt. Trotzdem ist „Tomboy“ zugänglicher als der Vorgänger, weil Schlagzeug, Gitarre und Brian-Wilson-Melodien stets den Ton angeben und die Samples dieses Mal außen vor bleiben.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

Panda Bear, Tomboy (Raw Tracks/Indigo)

 

Snoop Dogg: DoggumentaryBunte Rap-Mischung
Die alte Tour zieht nicht mehr, deshalb holt Snoop zum Rundumschlag aus. Er erinnert sich an den Funk seines Debüts „Doggystyle“ und bindet dafür einen blendend aufgelegten Bootsy Collins mit ein. Mit Willie Nelson hat er Lust auf ein ungezwungenes Blues-Duett. Die Zusammenarbeit mit Gorillaz vertieft ein Dub-Reggae-Stück. Aber „Wet“ hätte Snoop nicht durchgehen lassen dürfen. Schaumbad-Techno aus der Folterkammer von David Guetta ist ganz klar unter seinem Niveau.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Annehmbar

Snoop Dogg, Doggumentary (Priority/EMI)

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