Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Eddie Vedder: Strandrunde
Eddie Vedder verfügt über eine kleine Ukulelen-Sammlung. Sein Faible für das alte Folklore-Instrument, das nicht zuletzt durch die Surfkultur eine Wiederauferstehung feierte – Vedder ist selbst passionierter Wellenreiter – entdeckte er zu Pearl Jams „Binaural“-Zeiten (2000). Seither hat er immer mal Songs auf dem Zupfinstrument geschrieben oder adaptiert. Einige davon – z.B. „Can’t Keep“ der Stammband oder Songs aus den Zwanzigern wie „More Than You Know“ – verbindet er auf seinem Soloalbum mit neuen Stücken. Doch ob alt oder jüngst geschrieben, klingen die ruhigen Schrammler alle recht ähnlich. Harmonisch und rhythmisch passt eben alles schön zu Vedders arg vertrautem Bariton.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Annehmbar

Eddie Vedder, Ukulele Songs (Monkeywrench Inc./Universal)

 

Digitialism: Randale mit Verstand
Wenn die beiden Hamburger ihre elektronischen Geräte anwerfen, geschieht das nicht zuletzt mit dem Ziel, Alarm, Radau und Krawall auf einmal zu machen. Ganz so abhängig vom Kompressor-Effekt sind sie nicht mehr, der Basssound hört sich richtig nach Bass an und der Abwechslung wegen geht die Dröhnung nun auch mal in Richtung Prodigy oder KLF. Digitalism gehen den Vorgängern der Musik, die sie machen, auf den Grund. Ein weiterer Unterschied gegenüber dem Debüt „Idealism“ ist der, dass es nicht mehr durchgängig um Aggro für den Club geht. Manchmal kuscheln sich die Hanseaten richtiggehend mit gefühlvolleren Tönen an und die Art und Weise, wie Jens Mölle singt, hat in vielen Fällen mit Britpop zu tun. Da kann man schon von Fortschritt sprechen.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Annehmbar

Digitalism, I Love You Dude (V2/Universal)

 

Death Cab For Cutie: Überraschend sonnig
Die Losung für ihr nächstes Album war klar: Weniger Gitarren, mehr Keyboards und ja, sogar Streicher lassen Death Cab for Cutie erstmals mit an Bord. Damit vollführt der US-Vierer nicht weniger als eine 180-Grad-Drehung im Vergleich zum Vorgängeralbum, dem sperrigen „Narrow Stairs“, auf dem sich die Indie-Band ausführlich in musikalischer Düsternis erging. „Codes And Keys“ experimentiert mit reichlich Effekten, mit Synthesizern und besagten Streichern und baut so die vielschichtige, sphärische Kulisse für die fragilen Melodien, die das bislang sonnigste Album der Band komplettieren. Das ist verspielt, oft verzerrt und herrlich verzückend und zeugt von Unbekümmertheit und Ideenreichtum, der der Band zuletzt zu fehlen schienen.

Text: Nadine Kleber

tip-Bewertung: Annehmbar

Death Cab For Cutie, Codes And Keys (Atlantic/Warner)

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