Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Peter Licht: Das Ende der BeschwerdeZeit- und Selbstbeobachter
Peter Licht bastelt immer noch seine schön eingängigen, verschrobenen Mitsumm-Pop­melodien, denen gerade das Selbstgebastelte, Eigenbrötlerische, angenehm Innovationsresistente einen unverwechselbaren Charme schenkt. Auch das  mittlerweile fünfte Studioalbum erfreut durch die vertraute Kombination aus hübsch geknüpftem Melodien-Teppich und Texten wie aus dem frei assoziierenden Tagebuch eines so klugen wie überempfindlichen, zwischen Melancholie und leichten Euphorie-Momenten pendelnden Zeit- und Selbstbeobachters. Manchmal fürchtet man, er könnte zum elektronischen Reinhard Mey werden, aber wer so vergrübelt „Begrabt mein iPhone an der Biegung des Flusses“ singt, der kann doch kein schlechter Mensch sein.

Text: Peter Laudenbach

tip-Bewertung: Hörenswert

Peter Licht, Das Ende der Beschwerde (Motor/Edel)

 

The Black Keys: El CaminoEin Duo dreht auf
Bisher haben Dan Auerbach und Patrick Carney es immer geschafft, ihren Garagenblues mit jedem Album ein Stück weit zu verändern, ohne dabei an Charme und Qualität einzubüßen. Dieses Mal aber gerät die heile Welt zum ersten Mal in Unordnung. In den ersten Songs schreien den Hörer Rockabilly- und Motown-Beats, wuchtige Soul-Chöre, Bassakkorde, Glockenspiel und fette Orgeln an – alles Dinge, die im Repertoire des Duos bisher keine Rolle spielten. Miese Laune und Kratzbürstigkeit sind verschwunden und haben einer frontalen Melodieverliebtheit Platz gemacht, die manchmal angestrengt wirkt. Nach hinten hin beruhigen sich die Black Keys wieder und erreichen mit einem fein eingewobenen Detail wie dem Dub-Break in „Hell Of A Season“ viel mehr als mit dem Vollkaracho-Pop zu Beginn.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Annehmbar

The Black Keys, El Camino (Nonesuch/Warner)

 

The Disorder: The Gofer Of InsanityMittlere Flamme
Als Konzeptwerk hat der Berliner sein Debütalbum angelegt, mit zwölf abgründigen Szenarios um innerlich zerrissene Protagonisten und deren Monologe. Von Laptop und Synthesizer stammen die klaustrophobischen Soundscapes nach Art von Trent Reznors brütenden Selbstzerfleischungs-Epen. Eine raunende Ich-Erzählerstimme führt an ungute Schauplätze wie billige Hotels und Bahnhofshallen. Den effektvoll köchelnden Klang­räumen steht aber ein arg einförmiger, düsterer Gesang entgegen.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Annehmbar

The Disorder, The Gofer Of Insanity (traumaweb)

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