Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Jack White: BlunderbussSolodebüt über und mit Frauen
Das war es dann mit Jack White und der Ehefrau Karen Elson. Aus und vorbei. So etwas schreit natürlich nach Verarbeitung. Spannungen und Kämpfe zwischen den Geschlechtern sind der thematische Faden auf diesem Album. White zieht aber keine Gräben, er versteht sich ja immer gut mit seinen Ex-Flammen. Elson singt mehrmals im Hintergrund mit, als sei nichts gewesen. Andere Frauen gastieren an den Instrumenten, und schon hat man beim Zuhören den Eindruck, Gast auf einer ausgelassenen Scheidungsparty zu sein. Whites giftiges Gitarrenspiel fällt dieses Mal nicht ins Gewicht, man bekommt nur in „Sixteen Saltines“ eine Kostprobe. Viel dominanter ist ein Honky-Tonk-Piano, das dem Album seinen besonderen Charakter gibt. Durch seine Betonung wirkt alles schlanker, fließender und gelöster als bei anderen White-Exkursionen in jüngster Zeit.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

Jack White, Blunderbuss (XL/Indigo)

 

Die Ärzte: auchDie wilde 13
Die Ärzte verstehen sich als demokratische Band. Mehr Gleichberechtigung beim Songwriting war noch nie. Und mit drei sehr guten Musikern kann man sich solche Fairness auch leisten. Was aber nicht bedeutet, dass sich dies am Ende auszahlt. Obwohl „auch“ vom Gesamteindruck her eine sehr geschlossene, satt rockende Platte ist, sind es doch inhaltlich fast nur Farin Urlaubs Titel, die den Reiz ausmachen: „Ist das noch Punkrock?“, „TCR“, „M&F“, „Waldspaziergang mit Folgen“ – alles amüsante und geistreiche Selbstbeobachtungen oder Weltsichten. Bela B.’s „Bettmagnet“ und „Zeitverschwändung“ können da noch mithalten, aber alle weiteren Titel, mithin die Hälfte des Albums, sind lediglich altbekannte Themen neu variiert. Bei irgendeiner englischen Band wäre das wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, aber an die „Beste Band der Welt“ hat man eben auch gesteigerte Ansprüche.

Text: Hagen Liebing

tip-Bewertung: Annehmbar

Die Ärzte, auch (Hot Action Records)

 

Gretel: The Big Bad Wolf And the 11 Lost BoysSolo-Einstand
Die Berlinerin Grace Risch tourte bereits mit Miss Platnum oder Seeed und schrieb auch schon Songs für beide. Nun folgt ihr eigenes Solodebüt unter dem charmanten Alias Gretel. Dafür verkuppelt sie ihren soulgefärbten warmen Gesang mit einem aufgekratzten Mix aus Elektrorock und Pop. Verzerrte Beats oder Metalfunk-Gitarrenriffs sorgen für harte Kanten, was dann aber leider auch mal an die Guano Apes erinnern kann („Ex-Wife“). Das Streben nach einem internationalen Klang ist spürbar – ein Rocksong wie „Alone“ wäre auch bei Stars wie Pink nicht fehl am Platz. Doch führt die hohe Ambition zu einem „Zu viel“ an Soundspielerei und Wendungen. Die dicke Produktion macht es dabei schwer, zum Kern vorzudringen: triftigen Songs.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Zwiespältig

Gretel, The Big Bad Wolf And The 11 Lost Songs (Online)

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