Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Bloc Party: FourJetzt mit mehr Mumm
Alle Mitglieder haben zuletzt eigene Interessen verfolgt, es wurde eifrig über das Ende der Band spekuliert. In Wahrheit haben die Engländer bloß aufgetankt, und zwar mit Erfolg. Sie klingen jetzt so hart, konzentriert und entschlossen wie nie zuvor. „We can feel it in our bones“, stellt Sänger Kele Okereke in „Kettling“ fest. Damit spielt er auf den dröhnenden, von neueren Metal-Mackern abgehörten Sound an. „Four“ ist ein Rock-Album geworden, woran auch Gitarrist Russell Lissack großen Anteil hat, der vor barocken Soli nicht zurückschreckt. Von einer totalen Grundüberholung kann man jedoch nicht sprechen. In „V.A.L.I.S.“ begegnet uns wieder der zum Tanzen einladende Drive, den man von „Banquet“ kennt. Und in Okerekes Stimme steckt immer noch diese außerordentliche Expressivität, die ihn von vielen anderen Sängern seiner Generation unterscheidet.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

Bloc Party, Four (Universal)

 

Alanis Morissette: Havoc And Bright EyesReifeprozess
Statt einem verflogenem Jugendimage nachzujagen, bleibt Alanis Morissette auf ihrem inzwischen achten Album lieber nah dran an ihrem jetzigen Blickfeld. Die Songs drehen sich ums gute Gefühl des Verantwortlichseins, ums junge Mutterglück oder auch die Überwindung von suchtgeprägtem Verhalten. Das klingt teils nach schwungvollem Rock, nach klassischem Kammerpop, teils wummern auch mal Gitarrenpfunde und elektronische Effekte drücken düster. Fraglos vielseitig, aber wäre da nicht Morissettes gefühlvoller Gesang, würde sich davon wenig einprägen.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Zwiespältig

Alanis Morissette, Havoc And Bright Lights (Columbia SevenOne / Sony Music)

 

Yeasayer: Fragrant WorldDie Kunst der Zurückhaltung
Auf ihrem ersten Album spielten sie mit Elementen aus der Weltmusik, das zweite war tanzbarer, elektronischer und hymnischer. Scheinbar ist bei Yeasayer nichts so konstant wie die Veränderung, denn auch das dritte Werk ist wieder etwas anders. Ähnlich wie beim Vorgänger visieren die New Yorker den Pop an. Zwei Parallelen fallen dabei auf: die zu Hot Chip in „Blue Paper“ und die zu The Beloved in „Reagan’s Skeleton“. In beiden Fällen stellt die Band deutliche Nähe zu Melodien her, aber sie wirft sich ihnen nicht gleich um den Hals. In anderen Songs ist sogar Lust auf Quertreiberei zu erkennen. Es wird düster, es klöppeln die Tribal-Drums oder es zischt und knackt wie im experimentellen Techno. Sie sind seltsam, die Jungs von Yeasayer. Aber das ist gut so.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

Yeasayer, Fragrant World (Mute / Good To Go)

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