Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Rihanna: UnapologeticMildere Variante
Sie ist ständig auf der Rolle, veröffentlicht jedes Jahr ein neues Album und taucht immer öfter in den Schlagzeilen auf. Bei so einem Pensum müsste Rihanna eigentlich langsam die Puste ausgehen, aber noch ist von einem Burnout nichts zu spüren. Die Sängerin macht über lange Strecken des Albums einen ausgeruhten Eindruck und singt mehr Midtempo-Nummern und Balladen als zuletzt. „Nobody’s Business“ macht musikalisch gesehen mit House-Piano-Loops einen sehr guten Eindruck, aber ausgerechnet hier muss Rihanna die Versöhnung mit ihrem Schläger Chris Brown abfeiern. Wenn die unzähligen Produzenten doch mal kräftiger an der Effektschraube drehen, ist es nicht automatisch eine Katastrophe. Nur die beiden Gastspiele von David Guetta sind überflüssig. Der fiese Franzose verunstaltet selbst die schönste Frau.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Annehmbar

Rihanna, Unapologetic (Def Jam / Universal)

 

The BottropsGepfeffertes Ausrufezeichen
Ihr drittes Album in Live-Sessions aufzunehmen, hat sich ausgezahlt: The Bottrops klingen hier entschlossen und druckvoll wie nie. Und auch textlich erreichen die Berliner ein Level, das den popbeeinflussten Deutschpunk aus der andernorts oft viel zu bemühten Ecke holt. „Die Maschine“ ist ein Anti-AKW-­Song mit einem Auftakt wie einer Wand und einem gepfeffertem Refrain, „Einer von uns“ kommt wunderbar temporeich um die Ecke gekachelt und „Go2Hell“ punktet, indem es profitsüchtige Investoren im Berlinrausch mit verdient harten Worten an die Wand stellt: „Hier entsteht ein Turm aus Scheiße, ein Spielplatz für die schönen Reichen, mit tausend VIP-Bereichen, wir geh’n auch über eure Leichen.“ Das ist zeitgeistig, treffend und vor allem glaubwürdig. Diese Platte setzt ein Ausrufezeichen.

Text: Nadine Kleber

tip-Bewertung: Hörenswert

The Bottrops, Hinterhofhits (Destiny Records)

 

Soul Asylum: Delayed ReactionAuf Anfang
Die Band aus Minneapolis wurde seit 1993 stets bloß auf den Welt-Ohrwurm „Runaway Train“ reduziert. Dabei spielte sie ihren melodieprallen College-Rock schon seit Mitte der Achtziger, wenngleich ohne breites Echo. Später schwand das allgemeine Interesse an der Band, der fortan nur durchwachsene Alben gelangen. „Delayed Reaction“ ist nun nach sechs Jahren Pause eine bündige, kleine Platte voller rauer Energie und glorioser Melodien aus Dave Pirners vertrauter Raspelkehle. Songs wie „Gravity“ oder „Let’s All Kill Each Other“ versprühen zudem eine Ladung Teenangst, die schon damals nie aufgesetzt wirkte.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Annehmbar

Soul Asylum, Delayed Reaction (429 Records / Soulfood)

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