Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

VED: VEDNordische Instrumentals
Häufig sind Schweden Rock’n’Roll-Bewahrer, dieses Quintett aus Malmö kann im Vergleich dazu richtig loslassen. Es verweist schon auf Errungenschaften der Vergangenheit, auf psychedelische Trips, hypnotischen Krautrock, analoge Elektronik der ersten Stunde und Filmmusik der Sechziger. Gespielt wird aber nicht nur auf üblichen Instrumenten, sondern auch auf Bouzouki, Zither und Klarinette. Dies sorgt mit orientalischer oder tropischer Atmosphäre für eine geheimnisvolle Note.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

VED, VED (Adrian Recordings/Broken Silence)

 

Alex Highton: Wooditton Wivers ClubThe singing Landei
Wer die Lennon / McCartney Songpretiosen „Blackbird“ und „Julia“ schätzt, wird von den leisen Songs dieses Debütanten aus dem ländlichen Cambridgeshire entzückt sein. Unangestrengt und mit charmantem liverpudlian Akzent singt er, von Gitarre, Klavier, Violine, Cello und Bläsern begleitet, von den Dramen der Mittelklasse: Stadt -Land Gegensätze, gute Luft und Tagträume, sowie den Abgründen einer Kleinstadt, nicht umsonst im Booklet begleitet von herrlich versponnenen Zeichnungen in Blubberbild-Ästhetik. Hier explodiert die Phantasie auf kleiner Grundfläche. Seine feine, helle Stimme führt erfrischend in ein ermattet geglaubtes Genre, dessen Helden einst Harry Nilsson und Fred Neil hießen. Dank einer Empfehlung durch Hollywoodstar Ashton Kutcher erlebte Highton einen Unterstützungssturm und konnte dieses schöne Album mit großer Sorgfalt einspielen.

Text: Christine Heise

tip-Bewertung: Hörenswert

Alex Highton, Woodditton Wives Club (BB*Island/Local)

 

Sexy Fн: Nunca Te Vi De BoaBrasilianischer Indie-Rock
Nordamerikanische und brasilianische Musiker hatten schon immer ein reges Interesse aneinander. Das war zur Zeit der Soul- und Jazz-Fusion so, das ist auch jetzt noch der Fall. Für die Aufnahmen ihres Debütalbums unter neuem Namen (sie hießen mal Nancy) sind Sexy Fн nach Chicago geflogen, um in den Studios des durch Tortoise bestens bekannten Produzenten John McEntire aufzunehmen. Sein Einfluss macht sich bemerkbar, etwa in mäandrierenden Songstrukturen, Wechselspielen von introvertiertem Rock mit jazzigem Laisser-faire und eigenwilligen elektronischen Füllseln. Camila Zamith singt oft auf Englisch. Ihre Stimme bleibt grundentspannt, wie man es aus dem Bossa Nova kennt. Es ist der einzige Hinweis auf das Herkunftsland der Band. Sonst hat man aus Brasilien selten etwas gehört, das sich so international anfühlt.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

Sexy Fн, Nunca Te Vi De Boa (Far Out Recordings/H’art)

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