Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Hurts: HappinessPop und Pomp
Theo Hutchcraft und Adam Anderson machen Popmusik mit Synthesizern, stellen sich dabei aber nicht borniert in die Ecke. Mehr als andere Briten orientieren sie sich an Europa, an Alphaville und a-ha, an italienischen Opern und Disco-Entwürfen und am schweren Schlagwerk der Electronic Body Music. Hutchcraft singt inbrünstig und mit Pathos, Chöre schlagen sich eine Schneise, Streicher sorgen für zusätzliche Dramatik und auch sonst ist alles erlaubt, was in Richtung Pomp geht. Viel Aufwand also, aber es mangelt manchmal an der Substanz, die in der großartigen Single „Wonderful Life“ steckt.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Annehmbar

Hurts, Happiness (Four Music / Sony Music)

 

Magic Kids: MemphisLeichtes Spiel
„Summer“, „Phone“, „Candy“, „Sailin“: Das Leben müsste so einfach sein wie die Songtitel der Magic Kids. Schlicht ist die Musik der Band aus Memphis jedoch nur auf den ersten Blick: Hinter dem Sonnengemüt steckt stilgewisse Kenntnis der Pophistorie. Die Newcomer spicken ihren Re­tropop mit Überfliegermelodien aus der Girlgroup- und Beach-Boys-Schule. Allein in den ersten drei Songs bringen die fünf so Schönes wie Blockflöte, Schlittenglöckchen, Trompete und hüpfende Cembalo-Akkorde unter. Die barocke Pracht aber bleibt spielerisch leicht und hindert die feinen Melodien nicht am Abheben.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Hörenswert

Magic Kids, Memphis (Matador / Beggars Group)

 

Klaxons: Surfing The VoidRock statt New Rave
Diese Band wurde mit viel Theaterdonner angekündigt und steht ständig auf der Titelseite des „NME“. Argumente, dass der Wirbel gerechtfertigt ist, liefert sie auch mit dem zweiten Album nicht. Ross Robinson, der schon die härtesten aller harten Bands unter seinen Fittichen hatte, hat das Material so produziert, dass es dem amerikanischen Rock-Fan gefällt. Lange braucht es, bis man eine der überdrehten Melodien entdeckt, die den Klaxons früher nur so zugeflogen sind. In „Twin Flames“ und „Flashover“ wird man durchaus fündig, aber sonst wirkt alles zu gehetzt und beliebig.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Zwiespältig

Klaxons, Surfing The Void (Polydor / Universal)

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