Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Primal Scream: More LightHochexplosiver Parforceritt
Auf ihrem letzten Album hatten die Schotten eine wunderbare Zukunft vorausgesagt. Von dieser Stimmung ist jetzt nicht mehr allzu viel übrig. In den neun Minuten von „2013“ beschwert sich Bobby Gillespie über Sklaven des 21. Jahrhunderts und das Fehlen von Gegenmeinungen. Es ist ein infernalischer Track, durch den sich ein beeindruckend röhrendes Saxofon nach der Art der Psychedelic Furs zieht. Der Folk-Track „River of Pain“ gerät mittendrin in einen psychedelischen Jazz-Strudel mit Klassik-Streichern. „Living like a refugee in my own country“, stellt Gillespie in „Culturecide“ fest, unterstützt von mächtigem John-Bonham-Schlagzeug, Flöten und Alarmgeheul. Wer es friedlicher mag, wird am Ende mit Anklängen an „Movin‘ on up“ aus der „Screamadelica“-Periode beruhigt.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert (5/6)

Primal Scream, More Light (Ignition/Indigo)

 

Deerhunter: MonomaniaAufgedreht
An Deerhunters „Halycon Digest“ war in den Jahres-Favoritenlisten 2010 kein Vorbeikommen: ein psychedelisch verhangenes, melodieseliges Stück Songwriter-Pop, das gleichzeitig zugänglich wie auch schmerzlich persönlich war. Von intensiver, dringlicher Art sind auch die neuen Songs, die Bandkopf Bradford Cox in einer persönlichen Krisenzeit schrieb, während der er seine Südstaatenheimat Atlanta kurzerhand gegen New York eintauschte. Die weiche Stimmung des Vorgängers blitzt noch vereinzelt auf wie im feinen Shoegaze-Stück „The Missing“. Ansonsten aber ist die Produktion aufgekratzt und grobkörnig, so als habe Cox mit dem Ortswechsel den Sound von New Yorks No-Wave-Ära tief inhaliert.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Annehmbar (4/6)

Deerhunter, Monomania (4AD/Beggars Group)

 

MS MR: Secondhand RaptureNur ein Hit?
Mit „Hurricane“ hat dieses New Yorker Duo zuletzt auch in Deutschland einigen Wirbel verursacht. Ob das Album für ähnliche Reaktionen sorgen kann, ist fraglich. Zu den vier schon bekannten EP-Tracks gesellen sich acht weitere, die keine Weiterentwicklung erkennen lassen. Die Stimme von Lizzy Plapinger klingt immer etwas verträumt und stemmt sich gegen sinfonische Elemente und dramatischen Trommeleinsatz. Das gibt es schon von Florence And The Machine, da aber mit mehr Leidenschaft.

Text: Thomas Weiland

tip- Bewertung: Zwiespältig (3/6)

MS MR, Secondhand Rapture (Columbia/Sony Music)

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