Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Pet Shop Boys: ElectricTanzplatte
Bisher kam ihr Faible für Clubmusik in vereinzelten Singles oder Remixen für die „Disco“-Compilations zum Vorschein. Jetzt haben sie zum ersten Mal bewusst ein Album mit neuen Songs für die Tanzfläche geschrieben. Das ist erst einmal keine so gute Nachricht, weil die Magie der Pet Shop Boys immer dann offensichtlich wird, wenn Tennant die Führungsrolle innehat und Lowe auf gedimmte Art für Begleitung sorgt. Am Ende erweisen sich aber nur die Electro-Zuckungen in „Shouting In The Evening“ als unpassend. Die meiste Zeit bleibt das Duo mit Verweisen auf „Love Comes Quickly“ und „It’s A Sin“ seiner eigenen Geschichte treu. Überdies liefert Tennant mit der Erzählung von einer Wochenendromanze, die Donnerstagnacht beginnt, ein zum Albumthema perfekt passendes Schlüsselstück ab.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert (5/6)

Pet Shop Boys, Electric (x2 / Kobalt / Rough Trade)

 

Myaer Hawthorne: Where Does This Door GoBacardi-Feeling
Auf seinen ersten beiden Alben vertiefte sich Neo-Soul-Mann Mayer Hawthorne in die Musik seiner Heimat nahe Detroit: klassischen Motown-Soul. Mit seinem dritten Album arbeitet er sich nun Richtung Westküste und bis in die Siebziger und Achtziger vor. In Songs wie dem schimmernden Jazzpopstück „Allie Jones“ mit Bläsern und zartschmelzenden Chören deutet sich der Wohlklang von Steely Dan oder der Doobie Brothers an, aus leichtherzigen Stücken wie „Backseat Lover“ grüßen die Sakko- und Fönfrisuren-Träger Hall & Oates. Durchgängig mit warmen Funkbässen versehen und strahlenden Melodien, hat Mayer Hawthornes Sommer-Soul etwas ähnlich Infektiöses wie Daft Punks Retro-Disco-Hit „Get ­Lucky“.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Hörenswert (5/6)

Mayer Hawthorne, Where Does This Door Go (Republic Records / Universal)

 

Abby: Friends & EnemiesIndie(viduell)
Dass Abby sich an der Popakademie in Mannheim kennengelernt haben, vertuscht die Band inzwischen ganz gerne. Könnte ja der Credibility schaden. Dabei haben die vier Jungs von ihrer fundierten Ausbildung in Sachen Popdesign merklich profitiert. „Friends & Enemies“ ist ein intelligentes, vielschichtiges, spannungsvolles und ex­trem tanzbares Indietronics-Album, das Genres gekonnt, ja fast neuartig kombiniert. Der Opener „Monsters“ entlädt sich in einer harten, basslastigen Elektro-Nummer, in „Evelyn“ treffen Flamenco-Gitarren auf die typischen Indierock-Hi-Hat-Drums, und im Ausnahmesong „Karma“ verschmelzen klassische Elemente mit Muse- und Coldplay-Anleihen zu einem ganz eigenen Sound. Einziges Manko: Ihre Live-Dynamik konnten Abby nur annäherungsweise auf das Album übertragen.

Text: Henrike Möller

tip-Bewertung: Hörenswert (5/6)

Abby, Friends & Enemies (Universal)

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