Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Lescop: LescopFranzose mit New-Wave-Faible
Er war mal Sänger einer Band namens Asyl, in deren Sound sich der von Punk und New Wave bestimmte Zeitgeist des letzten Jahrzehnts widerspiegelte. Jetzt arbeitet Mathieu Lescop mit Johnny Hostile zusammen, der früher mit Jehnny Beth von der Band Savages als John & Jehn aufgetreten ist. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass sich dieses Album nicht wie ein unbeholfenes Debüt anhört. In „La Forкt“ sorgt die Basslinie für Betrieb, die Stimmung ist etwas abgedunkelt und schon denkt man an The Cure, die ja bekanntlich einen Song namens „A Forest“ im Programm haben. Lescop ist aber schon auch ein echter Franzose. Bei ihm hört sich selbst dann noch alles verführerisch an, wenn er verzweifelt ist. Den Trick, eine Frau mit hauchender Stimme als Femme fatale einzubinden, kennt er auch.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert (5/6)

Lescop, Lescop (Le Pop / Groove Attack)

 

Fuck Buttons: Slow FocusTerrorgruppe
Es beginnt mit unerbittlichem Trommeln, sägendem Lärm und Bassverstärkung. Fuck Buttons hören da aber nicht auf, sie machen immer weiter. Ständig kommt eine neue Klangschicht hinzu, die aus quietschenden Tönen, einer sich bedrohlich auftürmenden Keyboardwand, zusätzlichen Verzerrungen oder auf die Magengrube abzielendem Schlagwerk bestehen kann. Diese Briten machen so lange weiter, bis vor lauter Sound alles zu zerbersten droht. So viel Wagemut flößt Respekt ein. In einer Zeit, in der alles gut sitzen und schön verpackt sein muss, entscheiden sich diese beiden Wahnsinnigen für tonalen Terrorismus. Man muss aber keine Angst davor haben. Da sich der Beat langsam voranschleppt und alles einen überlegten Eindruck macht, will man bereitwillig in diesem Sog versinken.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Herausragend (6/6)

Fuck Buttons, Slow Focus (ATP Recordings / Indigo)

 

Guy Clark: My Favorite Picture Of YouSongwriter-Buddha
Wenn dieser Mann seine Stimme erhebt, schweigt alles. Sein Gesetz: einen Song erst zu entlassen, wenn er wirklich steht, ungebrochen. Banales kommt nicht von ihm, seine Themen sind Soldaten („Who’s gonna save the hero from himself?“), Herzensbruch („Hell Bent“), aber auch Leute, die Bluegrass nicht ausstehen können (sympathisch). Wenn er vom „Waltzing Fool“ singt, ein Stück seines Freundes Lyle Lovett, dann singt er auch von sich. Zentral ist die Trauer um seine Frau Susanna, die 2012 starb. Der Verlust ihrer Liebe und Anteilnahme lässt ihn traurig zurück, gebrochen oder selbstmitleidig finden wir ihn nicht. An Größe ist dieser Mann kaum zu übertreffen. Verlässlich unterstützt wird er von seinen Vertrauten, u.?a. Shawn Camp, Verlon Thompson und Morgan Stapleton in den Backingvocals, die Songs legen sich wie eine warme Decke auf die Seele.

Text: Christine Heise

tip-Bewertung: Hörenswert (5/6)

Guy Clark, My Favorite Picture Of You (Dualtone)

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