Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

MGMT: MGMTHall und Rausch
Dass MGMT den Popsong lieben, führten sie mit Ohrwürmern а la „Electric Feel“ vor. Seither entfernten sich die New Yorker von einfacher Lesbarkeit und loteten auf ihrem zweiten Album lieber ihre Seite als experimentierfrohe Psychedelic-Klangspieler aus. Nun führt die Richtung noch weiter weg von der Tanzfläche, knietief in honigweichen Space-Pop hinter knisternden Texturen und Synthie-Drones zu Flöten, Cembaloklängen und organischer Percussion. Das klingt mitunter so erdentrückt, als hätten sich Air im Proberaum von Animal Collective eingemietet („Alien Days“).

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Zwiespältig (3/6)

MGMT, MGMT (Columbia / Sony)

 

Casper: HinterlandMit Seicht-Effekt
Die Kernelemente des neues Casper-Sounds kennt man bereits von den Vorabsingles. „Im Ascheregen“ schielt mit seinem wuchtigen, hymnenhaften und maximalistischen Arrangement in Richtung Stadion-Pop/Rock. Das ruhige, weitläufige „Hinterland“ hingegen ist durch seine Gitarrenlastigkeit und Indie-Anmutung eine konsequente Weiterführung des melancholischen Emo Rap von „xoxo“, jedoch mit einem wichtigen Unterschied: Casper singt nun. Auch wenn sich seine Versuche diesbezüglich auf ein paar wenige Hooks beschränken, stellt sich der Cro-Effekt unmittelbar ein: Es wird seicht und poppig. Das nachdenkliche, bluesige „Lux Lisbon“, ein Editors Feature, überzeugt dann zum Glück wieder mit Tiefgang. Und auch die funkige HipHop-Blaskapellen-Nummer „Jimbalaya“ ist originell.

Text: Henrike Möller

tip-Bewertung: Annehmbar (4/6)

Casper, Hinterland (Four Music / Sony)

 

Mazzy Star: Seasons Of Your DayAmericana-Fiebertraum
Nach 17 Jahren Pause knüpfen Hope Sandoval und ihr Gitarrist und Blues-Freigeist David Roback nahtlos an ihre frühere Kunst an; mit dem feinen Unterschied, dass es auf dem neuen vierten Album nochmals reduzierter und purer zugeht. Sandovals schläfrig-süßer Gesang badet weniger in Hall als zuvor, und Roback erhält viel Raum für innige Soloarbeit, sei es im knarztrockenen Delta-Blues-Stil („Does Someone Have Your Baby Now“), gesanglich-zärtlich oder von 70er-Psychedelic-Rock inspiriert. Ein gewohnt stilsicherer Americana-Fiebertraum.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Hörenswert (5/6)

Mazzy Star, Seasons Of Your Day (Rough Trade)

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