Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Billie Joe & Norah: ForeverlyDie alte Behaglichkeit
Wurde Norah Jones eben noch von der Kritik als mutig und innovativ gefeiert („Little Broken Hearts“ mit Danger Mouse), taucht sie wenig später wieder in der Belanglosigkeit unter. Oder stimmt beides nicht? Hier, zusammen mit Green-Day-Sänger Billie Joe Armstrong, stellt sie sich ganz in den Dienst des Erbes der Everly Brothers, die wiederum die Songs feiern, die sie von ihrem Vater lernten. Ein nahtloser Erbgang. Nichts wird hier verändert, das Originalalbum „Songs Our Daddy Taught Us“ von 1958 wird charmant und gekonnt eins zu eins nachgespielt, im Fall von Billie Joe durchaus mit Staun-Effekt, aber doch mit dem Unterschied, dass die Brüder, damals um die 20, trotz spartanischerer Folk-Instrumentierung immer noch mehr Pep hatten. Und – Hand aufs Herz – nichts kann ihre symbiotischen Stimmen toppen, auch dieses neue Dreamteam nicht.

Text: Christine Heise

tip-Bewertung: Annehmbar (4/6)

Billie Joe & Norah Jones, Foreverly (Reprise / Warner)

 

Death Grips: Government PlatesHipHop außer Rand und Band
Schon mit „Exmilitary“ und „The Money Store“ haben sie der Welt einen Schrecken eingejagt. Damit hat sich dieses Trio aus Sacramento aber längst noch nicht abreagiert. Death Grips geben ständig zu erkennen, dass für sie etwas aus dem Ruder läuft. In „Whatever I Want“ schleppt sich der Beat mit schwerer Industrial-Kraft voran, es wird ohne Rücksicht auf Verluste eine apokalyptische Atmosphäre geschaffen. Dann, nach einem Break, scheint sich der Synthesizer zu verselbstständigen und den Stil eines Pianisten anzunehmen, der beim Spielen einer Kadenz völlig durchdreht. „This Is Violence Now“ hört sich an, als stünde „Bring the Noise“ von Public Enemy unter Elektroschock. Auch Rapper Stefan Burnett beliebt nicht zu spaßen. Sein gehetzter Vortrag macht das bedrohliche Auftreten dieser Wahnsinnsband komplett.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Herausragend (6/6)

Death Grips, Governmemt Plates – als kostenloser Download unter www.thirdworlds.net

 

Cate Le Bon: Mug MuseumWaliserin an der Westküste
Diese Sängerin galt bislang als heimatverbunden, aber jetzt arbeitet sie in Los Angeles mit amerikanischen Musikern. Einer davon ist Perfume Genius, der in „I Think I Knew“ gastiert. Unter den neuen Bedingungen werden die vom psychedelischen Folk beeinflussten Songs immer besser, was vor allem für „Are You With Me Now?“ gilt. Ihre Stimme will partout nicht perfekt klingen, dafür aber umso mehr an Nico oder Trish Keenan von Broadcast erinnern. Für Leute, die Indie-Pop mit viel Spleen lieben.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert (5/6)

Cate Le Bon, Mug Museum (Turnstile / Rough Trade)

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