Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Sean Paul: Full FrequencyModern und traditionsbewusst
Auf seinem letzten Album „Tomahawk Technique“ hatte sich der jamaikanische Dancehall-Star mit hymnischem elektronischem Sound erfolgreich neu erfunden. An der Seite von Gästen wie ?2 Chainz, Nyla oder Iggy Azalea schmeißt er auch dieses Mal manch überkandidelte Party. Im Laufe der zweiten Hälfte wird dann eine Verbindung zu Übervater Bob Marley deutlich. Mit seiner unverwechselbaren Stimme gelingt es Sean Paul, sich in jeder Stil-Umgebung zu behaupten.

 

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Annehmbar (4/6)

Sean Paul, Full Frequency (Warner)

 

George Michael: SymphonicaZwischendurch
Als erstes neues Album seit „Patience“ 2004 wird „Symphonica“ vermarktet. Doch auf demselben Level rangiert das Live-Album zur jüngsten Tour freilich nicht. George Michael verbindet darauf mit großem Orchester samt Jazz-Sektion eingespielte Interpretationen eigener Hitballaden wie „A Different Corner“ oder „Praying For Time“ mit persönlichen Lieblingsstandards wie „My Baby Just Cares For Me“, wie sie teils auch auf seinem Coveralbum von 1999 zu finden sind. Eindringlicher als die teils arg vorhersehbaren Orchester-Swing-Klassiker geraten leise Momente wie „Cowboys And Angels“ oder „You’ve Changed“, dann entfaltet die Stimme des 50-Jährigen ihren grandiosen Karamell-Effekt. Insgesamt ist das aber eine etwas betuliche Angelegenheit.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Zwiespältig (3/6)

George Michael, Symphonica (Virgin/Universal)

 

Black LipsMehr Reife, mehr Qualität
So chaotisch wie beim Debüt vor elf Jahren geht es bei der Band aus Atlanta nicht mehr zu. Unter der Regie von Pat Carney (The Black Keys) und Tom Brenneck (Menahan Street Band) gibt es keine Spielfehler mehr, dafür umso mehr Selbstbewusstsein beim Vortrag. Einflüsse aus Surf-Punk, Garagenrock und Ramones-Radau sind offensichtlich und die Lips wirken immer noch aufgescheucht wie liebestolle Bengel. Aber die Songs sind auch gut. In „Drive-By Buddy“ steckt der ewige amerikanische Traum von einer Spritztour mit dem alten Thunderbird. Eine an die frühen Beach Boys erinnernde Melodie in „Smiling“ lässt Vorfreude auf den Sommer aufkommen und „Funny“ handelt schlauerweise genau von dem, was man dem Titel nach nicht vermutet: vom Ernst des Lebens.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert (5/6)

Black Lips, Underneath The Rainbow (Vice Records/Warner)

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