Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Manic Streest Preachers: Postcards From A Young ManHymnischer Rock, frisch
Ermüdungserscheinungen? So ein Wort kennen die drei Waliser scheinbar nicht. „Postcards“ ist ihr drittes Album seit 2007 und davon klar das beste. Die Band steht vom ersten Moment an unter Strom, lässt keine Sekunde nach und kreiert eine euphorische Mischung aus Pop, Punk und Hardrock, in der auch Bunnyman Ian McCulloch und Guns’n’Roses-Gitarrist Duff McKagan als Ehrengäste ihren Platz finden. James Dean Bradfield schleudert seine Refrains mit Weltverbessererdrang he­raus. Streicher und ein Gospel-Chor verstärken die leidenschaftliche Note. Vom Prinzip her ist es ein typisches Manics-Album, aber es klingt doch so erstaunlich frisch, als hätte die Band gerade erst angefangen.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

Manic Street Preachers, Postcards From A Young Man (Columbia/Sony Music)

 

OMD: History of ModernBesinnung auf die Ursprünge
Besser spät als nie: Nach langem hartnäckigen Leugnen kehren die englischen Electropopper Paul Humphreys und Andy McCluskey zur Ästhetik ihrer besten Phase zurück, die fast 30 Jahre zurückliegt. Es geht sogar so weit, dass man bei „Sister Mary Says“ von „Enola Gay II“ sprechen muss. Die Produktion von Mike Crossey klingt aber ausgereifter und gelegentlich auch rockiger als zu Zeiten, in denen OMD zu Hause in der Stube naiv auf Synthesizern tippten und sich Alben wie „Dazzle Ships“ ausdachten. Das ein oder andere Ausweichmanöver gibt es auch. In „Sometimes“ erlauben sich die Herren mal einen Seitenhieb auf den Techno-Pop von Moby. Es bleibt, wie der gesamte Comeback-Versuch, erstaunlich unpeinlich.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Annehmbar

OMD, History Of Modern (Blue Noise/Rough Trade)

 

Erdmöbel: KrokusSchön befremdlich
Sorpe, Banfe, Schobse, Sillageplane, Futteral: Erdmöbel bringen in ihren neuen Songs Worte von absonderlicher Eigenart unter. Wie immer tauchen die Kölner um Sänger Markus Berges ihre Fundstücke obskurer Sprachrealität in strahlend schöne Harmonien, meist macht die E-Gitarre Platz für warm Tönendes wie Klavier, Jazzdrums und Bläser. Der Artrock in „Fremdes“ dagegen – übrigens mit Banfe und Schobse im Wortfluss – klingt dagegen grimmig. Wieder gibt es Erdmöbels helle Popseligkeit nicht ohne Harke.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Hörenswert

Erdmöbel, Krokus (edel germany)

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