Konzerte & Party

Musik für jeden Geschmack

Kings Of Leon: Come Around SundownRock’n’Romantik
Die drei wilden Brüder Followill und ihr Cousin haben sich selbst gezähmt. Man staune und höre: weniger wütende Ausbrüche als erwartet, dafür noch mehr fanatisches Gefühl im markanten Organ ihres Sängers Caleb. Oft werden in der Musik abgegriffene Cowboy-Klischees bemüht; aber selten klangen Country-Gitarre und Western-Streicher zeitgemäßer als bei den Kings Of Leon, die Rock und Romantik nicht nur auf dem Stück „The Face“ grandios miteinander vereinen – und auf dem fünften Album erstaunlich besonnen klingen. Ihre tadellose Diskographie wurde somit um einen weiteren Eintrag ergänzt, erneut von Angelo Patraglia und Jacquire King produziert.

Text: Jan Schimmang

tip-Bewertung: Hörenswert

Kings Of Leon, Come Around Sundown (RCA/Sony Music)

 

Fran Healy: WreckorderRückkehr ohne drei
Mit weisem Lächeln und Silberbart zeigt sich Fran Healy auf dem Cover seines Solodebüts. Ein Mann, so die Bildbotschaft, ist aus dem Sänger mit dem Engelstimbre geworden. Den Gospel aber hat der Travis-Sänger dafür nicht gesucht – seine „blue moods“ und bittersüßen Erinnerungen hüllt der Schotte in akustisch geprägte, tiefharmonische Songs, die flirren vor feiner Emotion: Travis-Metier also. Balladen wie „Anything“, „Buttercups“ oder „In the Morning“ klingen so wie Additionen zum Bandkanon: melodiestark, klar und bei aller neu erkundeter Streicher-Pracht ohne jede Schwulstgefahr. Aparte Nebenpfade schlägt der 34-Jährige in Stücken ein wie der Americana-Ballade „Sing Me To Sleep“ mit Neko Case, und dass Paul McCartney unterwegs den Höfner-Bass zupft, sollte nicht unerwähnt bleiben. Der Mann versteht schließlich was vom Balladenschreiben.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Hörenswert

Fran Healy, Wreckorder (Ryko Disc/Warner)

 

The Phantom Band: The WantsRätselhafte Schotten brillieren
Nach ihrem formidablen Debüt „Checkmate Savage“ wagte man an eine Steigerung nicht zu glauben. Doch nun lassen die Schotten den Erstling wie eine ungelenke Einstiegsübung erscheinen. Jeder Song hat seinen ganz eigenen Charakter. „The None Of One“ ist ein spartanisch arrangierter Folk-Song mit Banjo, der plötzlich beschleunigt und sich von einem stoischen Beat scheuchen lässt. Für „Walls“ hat man sich im amerikanischen R&B jüngeren Datums umgehört. In mehrere Songs schleichen sich die Laute analoger Synthesizer ein, ohne dass sie dabei wie Fremdkörper wirken. Man findet keine stringenten Vergleiche oder Vorbilder für das hier, nichts will passen. Dieser labyrinthische Groove-Blues-Trip versetzt ständig in Erstaunen und wird auch nach dem x-ten Durchlauf immer noch fesseln.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Herausragend

The Phantom Band, The Wants (Chemikal Underground/Rough Trade)

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