Konzerte & Party

Musik und Moneten

Hagen LiebingNoch ist ja nichts beschlossen, verkünden aber wollte Kulturstaatssekretär Björn Böhning vergangene Woche dann schon einmal, dass Berlin ab 2013 (so das Parlament will) über ein mit einer Million Euro ausgestattetes Musicboard verfügen wird.
Keine große Summe, zugegeben, und so versteht sich die neu zu gründende Institution denn auch nicht als Cashcow der Berliner Szene, sondern soll doch viel lieber eine starke Instanz werden, die imstande ist zu vermitteln und neue Netzwerke schafft zwischen der Musik- und Clubszene, der Wirtschaft und einer Liegenschaftsverwaltung, die in Club-Standortfragen oft das letzte Wort hat. Strukturen werden derzeit noch keine benannt, da man nicht frühzeitig – und ohne beschlossenen Etat – vollendete Tat­sachen schaffen wolle.
Das ist löblich, aber dennoch schon mal ein kleiner Vorschlag vom tip: Wenn das Netzwerken mit der Wirtschaft im Vordergrund stehen soll, dann kann sich Berlin leicht um seine Szene, seine Wirtschaft und darüber hinaus auch noch um eine Entlastung des Bundeshaushalts verdient machen. Die Übernahme von 200?000 Euro Ruhestandssalär für Ex-Bundespräsident Christian Wulff und auch die vermutlich fällige Jahressumme für sein eigenes Büro, Mitarbeiter und Fahrdienst in Höhe von rund 280?000 Euro nähmen zwar beinahe den halben Etat des Berliner Musicboards in Anspruch, dafür aber könnte man sich die Dienste des derzeit wohl meistbeachteten und ganz offensichtlich auch sehr eifrigen Netzwerkers sichern. Der Rest ergibt sich in solchen Fällen dann meist ganz von selbst.

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Foto: Harry Schnitger / tip

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