David Bowie, der am 10. Januar 2016 im Alter von 69 Jahren starb, gilt bis heute als einer der einflussreichsten Künstler der Popgeschichte. Bowie war ein Künstler, der Konventionen nicht frontal angriff, sondern sie durch permanente Verwandlung unterlief. Mit Berlin verband ihn eine eigne Geschichte, an die er noch einmal zum Ende seiner Karriere erinnerte. Zu seinem Todestag wird an verschiedenen Orten an den englischen Popstar erinnert – und der tipBerlin sucht nach euren besten David-Bowie-Geschichten!

David Bowie strandete in den späten 1970er-Jahren in der Mauerstadt
Als Musiker, Performer und Bildproduzent entzog sich David Bowie früh festen Zuschreibungen. Seine Kunstfiguren – Ziggy Stardust, Aladdin Sane, der Thin White Duke – waren keine bloßen Bühnenmasken, sondern Denkmodelle. Sie stellten Fragen nach Identität, Geschlecht, Körper und Macht zu einer Zeit, in der Popmusik noch stark von normativen Rollenbildern geprägt war. Bowies Spiel mit Androgynität und Genderfluidität wirkte irritierend, war aber einfach seiner Zeit voraus: Er zeigte Identität als etwas Gemachtes, Wandelbares, Fragiles.
Zehn Jahre nach Bowies Tod wirkt sein Werk weniger wie ein abgeschlossenes Œuvre eines arrivierten Künstlers, der Millionen Tonträger verkaufte, als wie ein Archiv popkultureller Umbrüche. Besonders deutlich wurde das in West-Berlin der späten 1970er Jahre. Bowie strandete in der Mauerstadt, ausgebrannt von Drogen und Exzessen, und suchte nach innerer Ruhe und künstlerischer Inspiration. In Schöneberg fand er eine große Altbauwohnung, sein Kumpel Iggy Pop begleitete ihn, wohnte nebenan und ging mit Bowie in die legendären Hansa Studios. Auch der kongeniale Brian Eno kam hinzu, als innovativer Produzent, der von den neuen Sounds fortschrittlicher deutscher Bands wie Can, Harmonia und Neu! begeistert war und gemeinsam mit Bowie die Weichen für die sogenannte „Berlin-Trilogie“ stellte.
Die Alben „Low“, “Heroes” und „Lodger“ reflektieren die Berlin-Ära: Fragmentierte Songformen, kalte Synthesizerflächen, abrupte Brüche. Das geteilte Berlin wurde zur ästhetischen Methode. Identität als Maske, Geschichte als Montage, Authentizität als Effekt. In einer Stadt, die selbst ein Provisorium war, konnte diese Haltung produktiv werden. West-Berlin fungierte als Labor einer Kunst, die sich ihrer historischen Bedingtheit bewusst blieb.

Der tipBerlin hat im vergangenen Herbst die Hansa Studios Box veröffentlicht und würdigt damit das legendäre Tonstudio und zentral auch das Wirken von David Bowie uns seiner Mitstreiter Brain Eno und Iggy Pop. Mit sechs Siebdrucken der international renommierten Künstler Reinhard Kleist und Typex erinnert die streng limitierte „Hansa Studio Box“ an den frühen Ruhm des Studios sowie die Künstler und Bands, die dort gearbeitet haben. Reinhard Kleist hat sich mit den Graphic Novels „Nick Cave – Mercy on me“ sowie „Starman“ und „Low“, die der Ziggy-Stardust- und Berlin-Phase in David Bowies Karriere gewidmet sind, immer wieder intensiv mit der Geschichte der Hansa Studios auseinandergesetzt.
Zum zehnten Todestag verlosen wir ein Exemplar der „Hansa Studio Box“. Dafür sind wir auf der Suche nach euren schönsten Bowie-Geschichten. Schreibt uns eine E-Mail mit dem Kennwort „Bowie“, eurer Story und eurer Adresse. Wer die beste, lustigste, traurigste, schönste oder berührendste Geschichte einreicht, gewinnt die Box!
- Hansa Studios Box Sechs Siebdrucke von Reinhard Kleist und Typex: David Bowie, Iggy Pop, Brian Eno, Depeche Mode, Nick Cave & Blixa Bargeld, Siouxsie and the Banshees. Box im LP-Format: 32×32 cm, limitierte Auflage: 200 Exemplare, signiert und nummeriert. Preis: 120 €, exklusiv erhältlich im tipBerlin-Shop.
- Berlin Music Tours Wer die Hansa Studios besuchen möchte, kann bei Berlin Music Tours eine exklusive Führung buchen. Hier geht’s zur Website. Wer die Stationen von Bowies Leben entdecken möchte, findet auch dafür eine Tour – hier gibt’s mehr Infos.
Mehr Bowie-Events und Bowie in den Mediatheken gibt es hier
- Heroes (Tribute-Show: Alexander Scheer singt David Bowie) Berliner Ensemble, Bertolt-Brecht-Platz 1, Mitte, Termine im Januar 2026: Fr 2.1., Do 8.1., Do 29.1., Fr 30.1., weitere Infos siehe hier
- Das ZDF widmet David Bowie eine ‚aspekte‘-Folge, Sendetermin: Fr 9.1.26 oder im Stream hier
- ARTE zeigt den Dokumentarfilm Bowie – Der letzte Akt, ab 9.1.26 im Stream hier
- „We could be Heroes“ mit Sven Ratzke und Band Bar jeder Vernunft, Schaperstr. 24, Wilmersdorf, 8., 10.+11.1., mehr Infos hier
- Heroes – David Bowie Tribute Kesselhaus, Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg, 10.11., mehr Infos hier
Es waren wilde Zeiten, als David Bowie in Berlin lebte – 12 Dinge, die ihr wissen solltet. Die Hansa Studios sind eine der regelrechten Pilgerstätten für Musikfans in Berlin. Was diese kleine Agentur tut, ist beachtlich: Viele Karrieren beginnen bei amStart von Konzertveranstalter Ran Huber. Die Berliner Jazzszene pulsiert: Diese Jazz-Clubs und Jazz-Bars in Berlin servieren beste Klänge. Immer gut über das Leben in Berlin informiert: Abonniert jetzt unseren wöchentlichen tipBerlin-Newsletter. Was ist noch los? Hier sind die besten Veranstaltungen heute in Berlin. Bisschen vorplanen: Alle Konzert-Tipps fürs Wochenende in Berlin findet ihr hier. Zelt einpacken und los: Die Infos zu Musikfestivals in Berlin und rund um die Stadt.

