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Festival “X100” feiert den Avantgarde-Komponisten Iannis Xenakis

Iannis Xenakis (1922-2001) gehörte zu den bedeutendsten Avantgarde-Komponisten des 20. Jahrhunderts. Im Kraftwerk Berlin wird sein Werk drei Tage lang mit dem Festival “X100” gewürdigt. Mit dabei sind unter anderem Moritz von Oswald, Marcus Schmickler und Pan Daijing.

Die Künstlerin Pan Daijing präsentiert eine neue Performance bei dem Xenakis-Festival "X100". Foto:
Die Künstlerin Pan Daijing präsentiert eine neue Performance bei dem Xenakis-Festival “X100”. Foto: Promo

“X100”: Iannis Xenakis war intellektueller Gratwanderer

Jedes Musikgenre braucht ihre Säulenheiligen, historische Figuren, über die es sich definieren kann, die als Paten fungieren und zu denen man aufschauen kann. Was Hank Williams für den Country und Woody Guthrie für Folk sind, könnte Iannis Xenakis für die elektronische Musik sein. Der 1922 in Rumänien geborene, in Griechenland aufgewachsene und die längste Zeit seines Lebens in Paris wohnende Komponist und Architekt hat alle Voraussetzungen, so eine Figur zu sein. Als radikaler Vordenker der Moderne und intellektueller Gratwanderer verknüpfte er mathematische Theorien mit Gestaltungsmaximen und klanglichen Experimenten.

Bereits Ende Mai dieses Jahres hätte der 2001 verstorbene Xenakis seinen 100. Geburtstag gefeiert, ein leicht verspätetes Fest bereiten ihm nun die Macher des Atonal-Festivals, das sich seit Jahren als Plattform für den Schnittbereich aus Clubkultur und Avantgarde begreift, und mit dem Kraftwerk Berlin einen spektakulären Raum bespielt. All das hätte dem Träger des Polar Music Prize vermutlich gut gefallen. 

Iannis Xenakis im Jahr 1972. 2022 findet das “X100”-Festival statt, um ihn zu würdigen. Foto: Imago/Philippe Gras/Le Pictorium

Unter anderem werden beim Xenakis-Festival “X100” der Produzent und Percussionist Moritz von Oswald, der Klangforscher Marcus Schmickler, die Künstlerin Pan Daijing und die improvisierende Cellistin Okkyung Lee Werke von Xenakis interpretieren, adaptieren oder eigene Arbeiten, die unter Xenakis‘  Einfluss stehen, aufführen. Die Ansätze reichen von minimalistischen Elektronik-Kompositionen bis zu Performances mit Opernstimme oder einem der seltenen Auftritte des Hyperion Ensemble des rumänischen Komponisten Iancu Dumitrescu. Ein würdiges Projekt zum runden Geburtstag des großen X. 

  • Kraftwerk Berlin Köpenicker Str. 70, Mitte, 18. bis 20.11., Tagestickets ab 22 Euro, online

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