Konzerte & Party

„Musiker sind auch Menschen“ von Hagen Liebing

Wenn sich – wie gerade jetzt – Bands wie Die ­Toten Hosen, Die Ärzte, Beatsteaks, Tocotronic uva. mit den Initiativen „Pro Asyl“ und „Kein Bock auf Nazis“ zu einem gemeinsamen Appell an die Öffentlichkeit wenden, und wenn sie dabei vorrangig die Politik adressieren, um Schutz für Flüchtlinge und daraus logisch folgend auch einen aktiveren Einsatz gegen rechte Gewalt zu fordern, dann könnte man als Großstädter natürlich sagen: hamwa schon, sehen wa ja auch so.
Aber das wäre etwas zu billig. Denn auch wenn viele der Musiker und Musikerinnen im vergleichsweise sicheren Berlin ­leben, wo Nazi-Übergriffe meist schneller verfolgt werden, lebt ihr Publikum und leben eben auch viele Flüchtlinge in entlegenen Orten wie Heidenau oder Jamel, wo man leicht das Gefühl bekommen kann, dass das Gewaltmonopol der Polizei einem dezenten Wegducken gewichen ist.
Da lohnt es sich dann eben doch, wie Breiti von den Hosen meint, „ein Zeichen zu setzen und einmal denen zu danken, die sich bis jetzt schon für Flüchtlinge engagieren und ihnen auch Mut zu machen, dies weiter zu tun.“
Das hat absolut nichts mit Live-Aid-Romantik zu tun und auch nichts mit Coolness. Das hat schlicht etwas damit zu tun, dass Musiker eben auch nur Menschen sind. Kein Wunder also, dass sie sich hier menschlich verhalten.  

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