Konzerte & Party

Musikfilm auf DVD: „Beware of Mr. Baker“

Beware of Mr. Baker

Gute Musik entsteht ja nicht unbedingt nur, wenn man es auch gut meint. Ginger Baker jedenfalls semmelt gleich zu Beginn der ihm gewidmeten Filmdokumentation „Beware of Mr. Baker“ dem Regisseur eins mit seiner Krücke auf die Nase. Schließlich ist der mittlerweile 73 Jahre alte Feinmotoriker das Schlagen gewöhnt – wir kennen ihn als Drummer der Bands Cream und Blind Faith.
Und Schlag für Schlag geht es auch weiter bei der Lebensgeschichte eines der fantasiereichsten Musiker Englands. Der junge Jazzer, der schon als Kind im Nachkriegsengland unzähmbar war und von seinem Vater gewalttätig aufgezogen wurde, gab das Prügeln an sein Instrument und die Mitmusiker weiter, landete beim Blues, dann beim Rock, wurde zusammen mit Eric Clapton, Jack Bruce und Stevie Winwood zur Musik-Ikone, versenkte seine Karriere unter Drogen, verjubelte sein Vermögen, züchtete Pferde, spielte Polo, trieb die Fusion von Afrobeat und Rock mit seiner Band Airforce voran, kam erneut zu Geld, verprasste es wieder, wechselte seine Gattinnen (fünf) ähnlich oft wie den Wohnort: England, USA, Italien, derzeit Südafrika. Zu all diesen Stationen hat Regisseur Jay Bulger Lebensgefährten gefunden, die – teils immer noch erschrocken – von ihren Begegnungen mit Baker berichten. Und meist wollen ihre Eindrücke so gar nicht zur Selbstwahrnehmung des Ausnahmetrommlers passen. Aber gerade dies macht „Beware of Mr. Baker“ so viel spannender als eine pure Heldenverehrung.

Text: Hagen Liebing

DVD „Beware Of Mr. Baker“ ?(EuroVideo)

Beware of Mr. Baker

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