Konzerte & Party

N*E*R*D: „Nothing“

N*E*R*D: Nothing„In Search Of…“, das erste Album der von Chad Hugo und Pharrell Williams initiierten Band, enthielt eine Einladung zum Schoßtanz und andere Ferkeleien, war aber hauptsächlich wegen des Produktionsstils interessant, der druckvoller und körperlicher war als alles andere, was man aus der digitalen Ära kennt. In der Zwischenzeit ließ sich Williams verstärkt auf fachfremde Verlockungen ein, besonders auf die der Modebranche. Die Musik litt zunehmend darunter.
Auch „Nothing“ war alles andere als eine leichte Geburt. N*E*R*D hatten schon im letzten Jahr genügend neue Songs produziert, doch am Ende waren sie nicht zufrieden damit. Sie verwarfen das Material wieder und entschieden sich für einen Neustart. Gut, dass Hugo, Williams und Shay Haley so ehrlich mit sich selbst waren, denn was nun vor uns liegt, ist ein richtig gutes Album, auf dem diese Musiker wieder funky und fokussiert wirken. „Hypnotize U“ ist gleich mal ein Track für die Ewigkeit. Diese raffiniert auftupfende Bassdrum! Die dezent addierten Synthesizer-Flächen! Pharrells Falsett! Maßgeblich beteiligt daran waren Daft Punk – ein Gipfeltreffen der Genies!   
Wie immer suchen N*E*R*D nicht nur Nähe zur schwarzen Musik. Durch „Victory“ zieht sich der spacige Sound von „Lucy In The Sky With Diamonds“, bei „Life Is A Fish“ ist man ganz schnell bei Steely Dan oder 10 CC und in „Hot‘n‘Fun“ gastiert Crossover-Queen Nelly Furtado. Zudem hat Pharrell an der Botschaft gefeilt. Früher ging es bei ihm nur ums weibliche Geschlecht. Das gefällt ihm immer noch, aber gleichzeitig beschäftigt er sich auch mit Kriegstreiberei und verpfuschter Wirtschaft. Für einen Partylöwen ist das ein Riesenschritt. N*E*R*D sind wieder relevant.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

N*E*R*D, Nothing (Star Trak/Universal)

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