Konzerte & Party

Nachtleben in Berlin – Teil 2

ben de bielDie Technoveteranen

Seinen Ruf als eine der weltweit führenden Partymetropolen hat sich Berlin direkt nach dem Mauerfall und mit dem Boom der Techno- und Housebewegung in den 90ern erworben. Die Loveparade diente als Multiplikator: Die Bilder der verpeilten, aber friedlichen Ravermassen gingen um die Welt. Einige Partymacher der ersten und zweiten Stunde sind heute mit neuen Konzepten aktiv.

ADS/Maria
Die Maria am Ostbahnhof war ein typischer Techno­laden der zweiten Generation, der sich von der absoluten Undergroundlocation zum Austragungsort von Events entwickelte, die weit über klassischen Techno hinausgehen und dem Publikum oft einiges abverlangen: Ihre Bandbreite reicht vom Dubstep-Gewitter über den experimentellen Metal-Abend bis hin zum 24-stündigen Improvisationsmarathon. Geadelt durch die Filmszenen der Technosaga „Berlin Calling“, war die Maria auch einer dieser nomadischen Clubs, der nach zwei Ortswechseln an seinem jetzigen Standort aufschlug und bald irgendwelchen gesichtslosen Neubauten weichen soll. Als ADS (nicht: Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, sondern schlicht: „An der Schillingbrücke“) geht man vorerst in die Verlängerung. Gesicht des Clubs ist Macher Ben de Biel, den man auch als Fotografen und Sprecher der Piratenpartei kennt.

KitKatClub
Der KitKatClub ist ein Unikum: Vier Ortswechseln zum Trotz ist der Club seit 1994 ununterbrochen geöffnet und hat wegen seiner sexuellen Freizügigkeit zu Goa- und Electrosound Weltruhm erreicht. Er nennt sich selbst mal „Human Project“, mal „Club für zivilisierte Leute“ und irritiert Erstbesucher durch kopulierende Pärchen auf dem Dancefloor. Die heutige Location ist historisch, hier stand mit dem Walfisch einer der ersten Technoclubs der Wendezeit, um die Jahrtausendwende folgte der Sage Club, der dort immer noch seine „Rock At Sage Party“ feiert. KitKat-Inhaberin Kirsten Krüger steht zumeist selbst an der Tür und selektiert die Gäste: Spanner sind unerwünscht. Heimlicher Kopf des Ladens ist Krügers Lebensgefährte, der Ex-Bizarr-Pornoproduzent Simon Thaur, der nebenbei mit Erotic Poetry eine Karriere als Musiker verfolgt.

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Foto: Benjamin Pritzkuleit

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