Konzerte & Party

Nadine Shah im Privatclub

Nadine Shah

Wenn man nach Gründen sucht, warum sie so besonders ist, reicht schon ein Blick auf ihre Herkunft. Nadine Shahs Vater stammt aus Pakistan, ihre Mutter aus Norwegen. Aufgewachsen ist sie in dem kleinen Städtchen Whitburn im Nordosten Englands, wo es für Kinder mit ethnischem Hintergrund nicht immer einfach ist. Nach dem 11. September 2001 spürte Shah das Aufkommen von Rassismus. Später musste sie den Tod von zwei Lebenspartnern verkraften, der eine litt an einer manisch-depressiven Erkrankung, der andere war drogenabhängig. Um diese Erfahrungen aufzuarbeiten, geht Shah an die Öffentlichkeit und spricht an Universitäten und bei Wohltätigkeitsveranstaltungen über seelische Gesundheit. Noch mehr hilft ihr die Musik, wenn es darum geht, alles besser zu verkraften. ?Ihre tiefe und eindringliche Stimme eignet sich hervorragend zur Reflexion, sie geht so nahe wie die von Polly Harvey, Siouxsie oder Anna Calvi. Auch Momente, in denen man sie für eine eiskühle Schwester von Morrissey hält, sind vorhanden. Als Produzent stand ihr auf ihren bisherigen zwei Alben Ben Hillier zur Seite. Er nimmt sonst Aufträge von Depeche Mode an, hat in diesem Fall aber sowohl an den Reglern als auch als Schlagzeuger für Intimität gesorgt. Noch hat Shah das alles nicht zum Durchbruch verholfen, aber davon sollte man sich nicht irritieren lassen. Diese Frau ist ergreifend.

Text: Thomas Weiland

Foto: Sonic PR

Nadine Shah, Privatclub, Skalitzer Straße 85-86, Kreuzberg, Do 21.5., 21 Uhr, ausverkauft

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