Folk-Rock

Nahko and Medicine for the People

Friedenspfeifen: Nahko and Medicine for the People zelebrieren die Magie des Heilens

Nahko
Foto: Daniel Jung

Mit dem Killer des Vaters in der Gefängniszelle. Vier Stunden lang. Am Ende: Verzeihung. So erzählt es uns Nahko Bear. Inszieniert sich hier einer als übermenschlich menschlich? Er habe, sagt Nahko Bear, aber von Anfang an den Wunsch in sich getragen, dem Menschen, der seinen Vater mordete, letztlich zu vergeben. Nahko Bear ist, ein wenig wie Kollege Ben Harper, spürbar ein Herr der Harmonie. Aber auch der Esoterik. Wer eine Aversion gegen hawaiianische Priester hat, die vor dem Gig Gebete sprechen, wird mit Nahko kaum eins Reine kommen. Wer sich aber drauf einlässt, dem kann das eine sagenhafte Gänsehaut bereiten, wie der Bariton „I am on your Side“ intoniert. Ja, es sind diese sehr simplen Sätze, die wir einander zu wenig sagen.
Wenn Nahko über Idole spricht, nennt er die Bright Eyes rund um Conor Oberst. Und Paul Simon. Hm. Echt? Seine Band Medicine for the People klingt doch wohl eher nach Of Monsters and Men aus Island, nach den Banjos von Mumford & Sons und mitunter nach Percussion von Vampire Weekend.
Medicine for the People. Opium fürs Volk? Für die Welt! Apropos, was sagt Nahko eigentlich zum altertürmlich exotisierenden Etikett „Weltmusik“? Er findet das nicht weiter problematisch, schließlich komme seine Musik aus der Welt und sei auch für die Welt bestimmt. „Lieber sage ich aber“, gesteht er, „dass wir Alternative World Rock‘n‘Roll spielen.“ Er lacht auf die Art, die mehr an Lösungen als an Problemen Interesse findet.

Columbia-Theater Columbiadamm 9, Tempelhof, Do 18.8., 20.30 Uhr, VVK: 29,85 €

Bewertungspunkte3

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