Chanson

Nana Mouskouri nimmt Abschied im Admiralspalast

Zum Bühnenabschied verbeugt sich Nana Mouskouri vor ihren Lieblingskünstlern

Foto: Dennis Dirksen

So richtig cool war Nana Mouskouri ja nie, dafür flirtete die bekennende Brillenträgerin immer wieder zu sehr mit dem Schlager, ganz im Gegensatz zu französischen Chansonsängern, die sich weitaus intellektueller gaben. Dafür haben diese aber auch keine 300 Millionen Tonträger verkauft. Tatsächlich ist Mouskouri, nach Madonna, die erfolgreichste Sängerin weltweit. 2015 bekam sie den Echo für ihr Lebenswerk, denn in Deutschland wurde sie ganz besonders innig verehrt. Im Prinzip könnte sich die umtriebige 84-jährige, die ihre Karriere 1961 mit dem Hit „Weiße Rosen aus Athen“ zündete und ein Jahr später mit dem legendären Produzenten Quincy Jones in die USA gebeten wurde, zur Ruhe setzen. Doch das ist keine Option. So veröffentlichte sie erst in diesem Februar ihr sage und schreibe 134. Album mit dem bezeichnenden Titel „Forever Young“. Der Titel spielt auf den darauf enthaltenen, gleichnamigen Song von Bob Dylan an. Auch die übrigen Stücke sind Interpretationen, mit denen Mouskouri Künstlerkollegen aus aller Herren Länder würdigt, die sie während ihrer fast 60-jährigen Karriere kennenlernen durfte. Eine musikalische Weltreise.

Dazu zählen nicht nur die USA mit Elvis Presley („In The Ghetto“), Großbritannien mit Amy Winehouse („Love Is A Losing Game“) sowie John Lennon und Paul McCartney („Hey Jude“), sondern auch Kanada mit Leonard Cohen („Hallelujah“), Frankreich mit Charles Aznavour („Sa jeunesse“) und Deutschland mit Udo Lindenberg („Durch die schweren Zeiten“). Auch Exotisches ist dabei, etwa die Hawaiianer Hapa befindet die Grande Dame des Chansons eines Covers wert („Lei Pikake“), genau wie die Ägypterin Dalida („Salma Ya Salama“). Auch wenn Mouskouris Stimme hörbar gealtert ist – allein die Tatsache, dass wir es hier mit ihrem Abschiedswerk zu tun haben könnten, macht das Ganze ungeheuer berührend.

Admiralspalast Friedrichstr. 101, Mitte, Di 20.11., 20 Uhr, VVK: 50 bis 78 €

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