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Napalm Death

Napalm Death
Foto: Kevin Estrada

Früher, auf ihrem ersten Album „Scum“ aus dem Jahr 1987, machte diese Band kurzen Prozess. Da dauerte ihr Song „You Suffer“ gerade mal vier Sekunden. Auch sonst gingen Napalm Death sofort bei jeder sich bietenden Gelegenheit ins Extrem. Der Sänger röhrte sich den Schlund heiser, Gitarrist und Bassist hielten stur die Hochgeschwindigkeit und der Drummer spielte seine Blast-Beats, ohne die Orientierung zu verlieren.

So ist „Scum“ als Auslöser der Grindcore-Welle in die Geschichte der Rockmusik eingegangen. Danach hat die Band aus Birmingham nie nachgelassen. In den Neunzigern haben Napalm Death ihren Sound griffiger gemacht und an den Fusionsgedanken im Crossover-Metal angepasst, aber ein Jahrzehnt später kehrten sie wieder mit voller Überzeugung zu ihrem kompromisslosen Stil zurück. Jetzt sieht es so aus, als nähme ihre Karriere noch einmal richtig Fahrt auf. Ihr neues Album „Apex Predator – Easy Meat“ ist eines ihrer besten überhaupt. Tempo und Brachialität sind immer noch vorhanden, aber man entdeckt auch unterschiedliche Klangfarben und Brüche.

In „Hierarchies“ lässt sich die Band erst von Barney Greenways Fauchen anpeitschen, dann folgt der Wechsel in eine düstere Passage, die an Killing Joke denken lässt und den Ökozid zum Thema hat. Das ist das Gute bei Napalm Death: Bei aller Berserker-Brutalität kommt der Kopf nicht zu kurz.

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