Konzerte & Party

Nas im Astra Kulturhaus

Nas

Eigentlich hätte er nach „Illmatic“ gleich wieder aufhören können, denn mit diesem Debüt hatte Nas einen Platz in der Ehrenloge des HipHop bereits sicher. Das Album war 1994 eine Sensation. Zu einer Zeit, als der Gangster-Rap aus Los Angeles alles zu übertönen begann, bläute der Neuling noch einmal Stärken des New Yorker HipHop ein. Die Beats von DJ Premier, Pete Rock oder Large Professor waren tadellos. Noch beeindruckender war die Eloquenz, mit der Nas über eine zunehmend finstere urbane Realität referierte. Noch immer wird der Rapper zuallererst mit diesem Glanzauftritt assoziiert. Dabei vergisst man, dass Nas seither nie seine Spitzenposition eingebüßt hat. Zwar durchlief er Ende der Neunziger eine Schwächephase, war die Beteiligung an der Supergruppe The Firm zu pompös und der Austausch von Feindseligkeiten mit Jay-Z schlichtweg überflüssig. Doch selbst in dunklen Stunden half ihm sein außerordentliches Sprachtalent über die Runden. Heute ist Nas gezwungen, bodenständiger zu denken. Seine mit dem Album „Hip Hop Is Dead“ zum Ausdruck gebrachte Sorge ums ganze Genre hat sich als prophetisch erwiesen. Privat hat Nas unter Steuerschulden und der teuren Scheidung von Kelis und unter der Trennung vom gemeinsamen Sohn zu leiden. Der Humor ist ihm deshalb aber nicht abhandengekommen. Trotzig grüßte er die Ex auf dem Cover des jüngsten Albums „Life Is Good“ mit der Abbildung eines Reststücks ihres Hochzeitskleids. Damit endete zugleich die Zusammenarbeit mit dem Label Def Jam, die Zeichen stehen also generell auf Neuanfang.

Text: Thomas Weiland

Nas, Astra Kulturhaus, Mi 27.3., 21 Uhr, VVK 35 Euro zzgl. Gebühr

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