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Nas: Time is Illmatic

Nas: Time Is Illmatic

Auf seinem Album „Life Is Good“ erzählte der Rapper Nas 2012, sein Hood-Habitus mache das Aufgehen in den etablierten Hollywood-Zirkeln unmöglich; gleichzeitig sei er zu vermögend, um noch in der Hood abzuhängen, die ihn großgezogen habe.
Wie das war, Anfang der 90er, als sich der junge Nasir Jones mit seinem Album „Illmatic“ aus den verwahrlosten Queensbridge-Projects heraus über Nacht ins Firmament katapultierte, beschreibt die Doku „Nas: Time is Illmatic“ mit O-Tönen und alten Aufnahmen. Der Film erzählt die Entstehungsgeschichte eines der besten Rap-Alben aller Zeiten, das dem Hip Hop eine neue, polit-poetische Dimension verlieh und nicht bloß für die Ostküste stilbildend wirkte. „Nas: Time is illmatic“ macht das von Kriminalität und sozialen Missständen geprägte Klima in den Projects fühlbar, und reflektiert auch die für Nas so prägende Rivalität zwischen MC Shan und der Bronx-Legende KRS-One. So wird jene Zeit lebendig, in der vom Hip-Hop noch eine rohe, unverbrauchte Kraft ausging.
Nas’ Klage über die eigene Entfremdung wird indes anschaulich, wenn der Rap-Gott wie ein Alien durch die alte Hood flaniert, von den Bewohnern bewundert, aber doch ein Anderer geworden, der mit ihrem düsteren Leben nichts mehr zu schaffen hat.

Text: Christoph David Piorkowski

Nas: Time Is Illmatic, DVD (Tribeca Film) ?

Nas: Time Is Illmatic

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