Konzerte & Party

The National in der C-Halle

The National

Matt Berninger kann zufrieden sein: Die Konzerttickets werden seiner Band aus den Händen gerissen. Dass es so kommen würde und sich die New Yorker zu Konsens-Hymnenschreibern amerikanischer Gegenwartsbefindlichkeit entwickeln würden, wurde ihnen oft prophezeit. Etwa von R.E.M., seit langem Fans des feinen Dramas von The National. Dennoch gab Michael Stipe einst einen praktischen Tipp: „Warum schreibt Ihr nicht mal einen Popsong?“ – „High Violet“, das neueste Album, klingt dann fast wie die Einlösung des Pop-Versprechens, soweit man das von einer Band sagen kann, in deren Zentrum ein wunderbar lakonischer Bariton steht, der sich nicht hetzen oder in nennenswerte Höhen treiben lassen mag. Berningers Stimme ist nie weit weg vom Duktus des Erzählers, dessen Figuren wie in „Sorrow“ oft in Weltschmerz eintauchen und den Kummer ansingen. Auch sonst drehen sich die Geschichten des 39-Jährigen um Verlorenheit und andere Gefühlstiefen, die die Band mit spannungsvollen Klangtexturen um expressive Schlagzeug­rhythmen und subtile Gitarren umspannt. Von „Midlife Crisis“ aber könne keine Rede sein – Berninger hat die Krise als Dauergefährtin akzeptiert: „Akne hast du nur als Teenager, die Krise aber zieht sich durchs ganze Leben.“

Text: Ulrike Rechel

The National, C-Halle, Fr 25.2., 20 Uhr (ausverkauft)

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