Konzerte & Party

Navel im Crystal Club

Navel

Am Anfang war der Grunge. Als Navel 2008 mit ihrem ersten Album „Frozen Souls“ in Erscheinung traten, glich das einer Rückblende in die Neunziger. Es setzte schroffen, disharmonischen Krach neben kratzigen Gesang, überdies sah Frontmann Jari Altermatt aus wie weiland Kurt Cobain. Fünf Jahre später sind die Haare kürzer geworden, und aus dem scheppernden Lärm hat sich vielschichtiger Rock herausgeschält. „Früher dachte ich, Entertainment bedeute vor allem, möglichst wild und laut zu sein“, sagt Altermatt. Dieser Ansatz führte die Baseler immerhin ins Vorprogramm der Queens Of The Stone Age und von Wolfmother, gipfelte jedoch in einem blutigen Gastspiel in Leipzig, als missglückte Bühnenakrobatik Altermatt erst auf eine Bierflasche und anschließend ins Krankenhaus beförderte. „Da fragte ich mich, ob es nicht die Musik sein sollte, die im Vordergrund steht.“ Tatsächlich kanalisierte „Neo Noir“, das Zweitwerk seiner Band, die jugendliche Wut in düsteren Noise und erntete reichlich Kritikerlob. Der neue Longplayer „Loverboy“ differenziert das Soundgefüge nun weiter aus: Die ungestümen Anfangstage finden sich in flotten Garagenrock-Nummern wieder, Slide-Gitarren frönen dem Blues. Dazwischen schummeln sich immer wieder Americana-Balladen und neuerdings auch luftige Melodien. Eine wohl austarierte Balance von Sperrig- und Eingängigkeit ist das Resultat. Insofern hat sich der Aufwand gelohnt. Schließlich haben Navel den ganzen vergangenen Sommer im bandeigenen Studio verbracht, um „Loverboy“ komplett in Eigenregie zu produzieren, oder wie Altermatt sagt: „sich den Arsch abzuarbeiten.“

Text: Roy Fabian

Foto: Tabea Hüberli

Navel + Nape, Crystal, Mi 13.2., 21 Uhr, VVK: 10 Euro zzgl. Gebühr

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