Konzerte & Party

Neko Case im Heimathafen Neukölln

Neko Case

Es ist ein ganzes Jahr her, als sich Neko Case in ihr angestammtes Wavelength-Studio in Tucson, Arizona begab. Begleitet war die Songschreiberin, die mit ihrem Porzellanteint und der roten Mähne ein wenig aussieht wie ein Filmstar aus den Sixties, von vertrauten Musikern. Und doch schien irgendetwas nicht zu stimmen, so recht erkannte sie die Songs selber nicht. Auch dann noch nicht, als sie sämtliche Titel neu eingesungen hatte. Es sollte schließlich noch mal ein halbes Jahr vergehen, in dem sie das Album ruhen ließ, den Nachfolger ihres großartigen Albums von 2009, „Middle Cyclone“. Darauf glänzte die Songschreiberin aus Vermont mit atmosphärestarken Songs, in denen sie ihren sternklaren Country-Sopran mit einer verwunschenen Spielart von Americana verkuppelte. Mit der Platte erreichte die 42-Jährige, die allein umherzieht, seit sie 15 ist, überraschend Platz 3 der US-Charts. Allein daran merkt man, dass Cases Zeiten als Geheimtipp inzwischen vorüber sind. Ihre Arbeitsblockade hat sie dann übrigens mithilfe von Büchern überwinden können. Unter anderem „Moby Dick“ las sie zum ersten Mal. Zudem ein Buch über ein deutsches U-Boot, das vor einigen Jahren auf rätselhafte Weise unmittelbar vor New York entdeckt wurde. Das Unterwasser­thema, das Gefühl, nicht ganz in dieser Welt verankert zu sein, habe sich auch auf das neue Album eingeschrieben, verriet sie. Kostproben des kniffeligen Werks gibt sie auf einer kleinen Tour schon mal live.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Jason Creps

Neko Case, Heimathafen Neukölln, Mo 27.5., 21 Uhr, VVK: 20 Euro zzgl. Gebühr

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