Konzerte & Party

Neko Case im Roten Salon

NekoCase_c_JasonCrepsDass Neko Case nicht einfach nur die schönste und stärkste Stimme im Alternative Country hat, das ist seit ihrem ersten Album „The Virginian“ (1997) eine Tatsache. K.d.lang träumte von Patsy Cline, Neko Case beerbt sie. Sie hat aber auch einen Dickschädel und ragt aus ihrer alten, mittlerweile recht selbstreferenziell agierenden Peergroup (Calexico, Howe Gelb, M. Ward) hoch heraus. Nicht nur, dass sie sich experimentier- und begegnungsfreudig zeigt, sie hat u. a. mit Nick Cave, Dex Romweber, Fran Healy und Camera Obscura gearbeitet, zudem war sie Teil der Ghost Brotherhood um T Bone Burnett, John Mellencamp und Stephen King, sie ist auch stets einer höheren Sache dienlich wie etwa dem Klima- und dem Tierschutz. 

Ihr bisher erfolgreichstes Album „Middlecyclone“ (2009) zeigt, wie fantastisch politisches Engagement klingen kann. Außerdem – zentrales Thema ihres aktuellen Albums – konfrontiert sie sich konsequent und angstfrei mit den Tiefen ihrer eigenen, biografisch geprägten Gefühlswelt. Der überlange Titel „The Worse Things Get, The Harder I Fight, The Harder I Fight, The More I Love You“ macht zwar außer für sie nicht den größten Sinn, auch ist die Songcollection mitunter anstrengend und nicht immer zu Ende gedacht, aber der Zuspruch der Popkritik ist groß. Auch der des Publikums. Das kam zuletzt im Heimathafen zum Ausdruck.


Als leuchtender, charismatischer Bühnenmittelpunkt wurde sie gefeiert, auch wenn der schwer beschäftigte Multiinstrumentalist Jon Rauhouse Opfer zwar amüsanter, aber auch scharfzüngiger Dialoge zwischen ihr und Co-Sängerin Kelly Hogan wurde. Eine kleine Gefahrenzulage ist immer dabei.

Text: Christine Heise  

Foto: Jason Creps 

Neko Case Roter Salon, So 1.12., 21 Uhr, VVK: 22 Ђ zzgl. Gebühr

Mehr über Cookies erfahren