Konzerte & Party

Neue CD: „Moser“ von Rudolf Moser

MoserBevor es hier um Rudolf Moser und sein Album „Moser“ geht, muss an dieser Stelle festgestellt werden, dass mit Potomak, dem bandeigenen Label der Einstürzenden Neubauten, eine Institution in Berlin entstanden ist, die den einzelnen Bandmitgliedern ihre Möglichkeiten gibt, unabhängig von der Musikindustrie agiert, das Experiment nicht scheut und eine Qualität mit sich bringt, die auch international wahrgenommen wird und damit durchaus für einen eigenen Berlin-Sound steht. Veröffentlichungen von Alexander Hacke oder erst kürzlich von Jochen Arbeit haben dies nachhaltig bewiesen. Nun ist also Rudolf Moser mit seinem Solowerk an der Reihe.
Der klangverliebte Instrumentenbauer und Komponist erschuf ganz allein mithilfe von Reifen, Röhren, Metallfedern, Wurlitzer-Orgeln und verstimmten E-Gitarren ein pulsierendes, rhythmisch vertracktes und doch homogenes Werk.
Zarte Melodiebögen spannen sich dort über treibenden Beats, ein organischer, düster-eleganter Groove zieht sich durch die rein instrumentalen Titel wie „Man­darin“, „Gold“ oder „Anthea“. Diese atmosphärischen Klangmotive erinnern dann immer wieder an die Talente des Herrn Moser als Schöpfer von Soundtracks zu Filmen wie „Poem“ oder „alaska.de„. Das Album „Moser“ mit dem fa­bel­haften Foto von spitzen weißen Schuhen auf dem Cover ist Rudolf Mosers ganz persönlicher Soundtrack geworden.

Text: Jacek Slaski

Rudolf Moser, Moser (Potomak/Indigo)

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