Konzerte & Party

Neue Clubs in Berlin

Neue Clubs

Beate Uwe

Techno-Oase im Plattenbau
Zwischen Jannowitzbrücke und Alex, inmitten einer hässlichen Hochhaussiedlung, befindet sich das Beate Uwe, ein Warm-up-Club für all jene, die keine Lust haben, erst gegen zwei Uhr aufzubrechen, sondern sich gerne schon etwas früher in Stimmung bringen wollen. Los geht’s in der Regel ab 23 Uhr. Später weiterzuziehen ist aber gar nicht nötig, denn die Anlage im Beate Uwe klingt derart pompös, dass man die Tanzfläche mit ihren rotierenden Discolichtern (Achtung: nichts für Leute, die schnell seekrank werden!) gar nicht mehr verlassen möchte. Und auch sonst fühlt man sich auf Anhieb wohl in den überschaubaren, im 70er- Jahre-Stil gehaltenen Räumen. „Wir würden uns wünschen, dass das hier eine Art Clubfamilie wird“, sagt Betreiberin Sam.

Sie und ihr Partner Javid sehen sich dementsprechend auch nicht als Clubmanager, sondern als Gastgeber. „Das liegt vielleicht an unserem Background“, erzählt Sam, „Javid hat pakistanische Eltern, meine sind türkisch. Da gehört dieses Guter-Gastgeber-Sein irgendwie dazu.“ Damit ihre Gäste so entspannt wie möglich feiern können, achten die beiden auf ein nicht allzu junges Publikum. „Nichts für ungut, aber es gibt so viele Clubs in Berlin, wo man sich schon mit 21 alt vorkommt. Wir wollen kein Kinderladen werden“, so Javid.

Beate Uwe, Schillingstrasse 31, Kreuzberg
Fr im Wechsel Soul, Funk und Rock, Sa immer Elektro, Beginn: in der Regel ab 23 Uhr, Ende 8 Uhr; Eintritt: zwischen 7 und 10 Euro
http://beate-uwe.de/


Horns & HoovesHorns & Hooves

Varieté-Zauber im Kellerverließ
Wo vorher der Rockschuppen Dazzle residierte, ist nun ein Mix aus Varietй, Kabarett, Bar, Club und Zirkus untergebracht. „Wir sind wie ein Zauberschloss, nur eben im Keller“, sagt die Betreiberin Jewels Good. Seit 25 Jahren steht sie als Schwertschluckerin und Performance-Künstlerin auf der Bühne. In Denis Khomtchenko, ehemaliger Manager des CCCP, hat sie sich einen erfahrenen Partner mit ins Boot geholt. Good beschreibt das Horns&Hooves zwar als „Ort von Künstlern für Künstler“, unters Publikum mischen sich aber ebenso „Normalos“; Endzwanziger bis Endvierziger, die am Wochenende lieber Burlesque-Tänzerinnen, Illusionisten und Feuerspuckern zuschauen, statt raven zu gehen.

Horns & Hooves, Danziger Strasse 1, Prenzlauer Berg
Fr+Sa ab etwa 23 Uhr, Eintritt 3 und 8 Euro
www.hornsandhooves.de


Czar HagestolzCzar Hagestolz

Bretterschuppen mit Bar-25-Vibe
An den Wänden kleben skurrile Dinge wie Puppen, Einkaufskörbe und Hirschgeweihe, von der Decke baumeln bunte, an Ästen befestigte Stofflampen und inmitten des Hauptraums steht eine große, dreidimensionale Mühle: das Wahrzeichen Marzahns. Von der Einrichtung des Czar Hagestolz geht ein gleichzeitig rauer wie verspielter Do-it-yourself-Charme aus. Das Unfertige, das sich ständig Verändernde, gehört hier zum Programm. „Wir sind noch in der Aufbauphase“, erklärt Betreiber Ramon Remus. „Auf Druck und Zeitlimits haben wir aber keine Lust.“ Außerdem gefalle es den Leuten, dass sie bei jedem Besuch eine Veränderung sähen.

Aktuell gibt es hier zwei Dancefloors mit Tech-House-Beschallung, einen Bar-Bereich sowie eine verwunschene Outdoor-Area, die von ehemaligen Tacheles-Künstlern mitgestaltet wurde. „Was viele Skeptiker nicht wissen: Marzahn hat einen riesen Pool an Leuten, die einem Ideal hinterhereifern“, erzählt Remus.

Czar Hagestolz, Marzahner Chaussee 51, Marzahn
Fr+Sa ab 0 Uhr, Eintritt 10 Euro
?http://czar-hagestolz.de/


Neue HeimatNeue Heimat

Markttreiben mit Industrie-Chic
Genuss statt Exzess. „Aus den gigantischen Industriehallen hätten wir auch versuchen können, ein zweites Sisyphos zu machen“, meint Sebastian Baier. Stattdessen verwirklichten er und seine Mitbetreiber, alle aus dem ehemaligen Bar-25-Umfeld, aber lieber eine andere – weitreichendere – Idee. Eine, die den Dimensionen des 4?000 Quadratmeter großen Areals gerecht wird.

„Unser Ziel ist es, ein richtiges kleines Viertel aufzubauen; einen generationenübergreifenden Rückzugsort für die Leute aus dem Kiez“, sagt Baier. Der Locationname lasse sich aber noch auf einer anderen Ebene verstehen. „Uns war relativ schnell klar: Wir sind nur dann stark, wenn wir andere, in sich perfektionierte Konzepte noch mit reinholen, ihnen quasi eine neue Heimat geben“, erklärt Baier. Dazu gehören beispielsweise der Berlin Design Market, bereits etablierte Jazz Sessions oder der sonntägige Village Market, ein Mix aus Street Food, Live Musik und Kunst-Ausstellung. Freitags wiederum lädt die „Bar & Food Night“ zum niveauvollen Abhängen und Schlemmen. Mit seinem Gastro- und Kulturprogramm grenzt sich der Club folglich stark vom Rest des RAW-Geländes ab. Verdrängen wolle man aber niemanden, so Baier. Entgegen des Gerüchts der letzten Wochen habe die Neue Heimat mit der Schließung des Nachbarclubs Spirograph nichts zu tun.

Neue Heimat, Revaler Straße, Ecke Dirschauer Strasse, Friedrichshain
Fr ab 19 Uhr, Eintritt frei; Sa ab 21.30 Uhr, So 12–22 Uhr, Eintritt frei
www.neueheimat.dw

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