Konzerte & Party

Never Shout Never im Postbahnhof

Never Shout NeverDen schmachtenden Teeniemädchen im Publikum dürfte das recht gleichgültig sein, wenn Kindchenschema auf vermeintliches böses Bübchen trifft: Christopher Drew sieht aus wie Muttis Liebling mit asymmetrischer Emofrisur und Tätowierungen an derart ungünstigen Stellen, dass dem 20-Jährigen solide Berufschancen für immer verwehrt bleiben werden. Egal, denn mit „Time Travel“ hat der Sänger im vergangenen Herbst sein mittlerweile drittes Album veröffentlicht. Eine Platte voller Pop-Perlen, unaufgeregt und eingängig, mit Texten nah am jugendlichen Herzen. Die Entscheidung, sich im Vorfeld der Aufnahmen seine Freunde Caleb Denison (Gitarre, Drums, Percussion), Taylor MacFee (Bass) und Hayden Kaiser (Gitarre, Percussion) als Unterstützung an die Seite zu holen, erlaubte dem einstigen MySpace-Wunderkind aus Missouri einen größeren kreativen und musikalischen Spielraum als bei seinen zwei Vorgängeralben „What Is Love?“ und „Harmony“. Ein wenig zweifelte der Sänger, der 2007 seine Karriere als Solokünstler via Song-Upload im Internet begann, anfangs schon, ob er den Schritt zum Teamspieler überhaupt wagen soll. Doch die Gruppenarbeit hat ihm gutgetan. Jetzt wollen allerdings auch die anderen in der Band ganz offiziell bejubelt werden. Die Aufmerksamkeit zu teilen dürfte zumindest den anwesenden Damen schwerfallen, ist Sänger Christopher dieses Jahr von PETA sicher nicht ganz ohne Grund zum „Sexiest Vegetarian“ gewählt worden.

Text: Christine Stiller

Foto: Warner

Never Shout Never, Postbahnhof, Fr 13.1., 20 Uhr, VVK: 20 Euro

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