Konzerte & Party

Nick Oliveri in der Jägerklause

NickOliveri_c_AlesRosaVon Nick Oliveri gibt es viele schräge Geschichten: ob Prügeleien mit verblüfften Soundmischern, Nacktauftritte oder Polizeibesuche wegen Waffenbesitzes. Nicht zu vergessen sein Rauswurf 2005 bei den Queens of The Stone Age, die die Ausraster ihres hitzigen Bassisten nicht mehr hinnehmen mochten. Beschäftigungslos ist der Mann mit der galligen Brüllstimme und dem verborgenen Talent für schöne Melodien seither freilich nicht. Im Gegenteil gibt es wohl kein Mitglied der kalifornischen Desert-Rock-Gemeinde, das häufiger in Projekten befreundeter Bands involviert wäre als er. Darüber hinaus betreibt der Glatzkopf mit dem Ziegenbart seit 1997 seine eigene Kombo Mondo Generator.

Doch derzeit ruht die krachige Garagepunk-Band, deren Mitglieder mit jedem Tonträger neu zusammengewürfelt werden; wenn demnächst ein paar seiner alte Bandkollegen von Kyuss unter dem Namen Vista Chino auf Tour ziehen, dann wird auch der 41-Jährige nicht fehlen; und als die populären Queens unlängst ihr erstes Nummer-eins-Album veröffentlichten, erklang auf einem der Songs auch Oliveris kratzbürstige Kehle. Offenbar steckt hinter dem durchgeknallten Charakter ein Musiker, auf den alle früher oder später wieder zurückkommen. Vielleicht ist Oliveri auch einfach die Portion Unberechenbarkeit, die gutem Rock’n’Roll die Würze gibt. Dieser Tage gastiert er ausnahmsweise solo mit Akustikgitarre – und einer Stimme, die klingt, als gurgele ihr Besitzer täglich mit Wodka und rostigen Nägeln.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Ales Rosa

Nick Oliveri Jägerklause, Mi 28.8., 20 Uhr

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