Konzerte & Party

Nick Waterhouse im C-Club

/Nick_WaterhouseDer Erfolg seines Debütalbums, erschienen auf einem Minilabel und versehen mit dem Stempel „Die Garage lebt“, war rundum überraschend. So offensiv wie 2012 auf „Time’s All Gone“ hatte noch keiner den Begriff Retro mit der Energie von heute aufgeladen, schulternzuckend geantwortet, wenn jemand mit dem Totschlagargument Gestrigkeit kam, jeder Musiker beziehe sich auf Vergangenes. Nick Waterhouses Interesse galt schon immer dem Jazz, dem Hard Bob von Chico Hamilton und George Benson, aber auch den frühen jazzy-souligen Aufnahmen von Willie Nelson und Charlie Rich. Um diesem Spirit auf den Fersen zu bleiben, zieht es ihn nicht in den Plattenladen, sondern in die Village-Vanguard-Nächte von New York und L. A. Studioaufnahmen kann er nicht ertragen, sein Erzfeind ist der Dead Room, der schalltote Raum, jenes Paradies für den Einsatz der Musik-Software Pro Tools. „Dead Room“ heißt auch ein Song auf „Holly“, dem zweiten und noch brillanteren Album.

Nick Waterhouse war schon immer der ordentlich gekleidete Typ, der in der Nähe der wilden Burschen aus den Garagen abhing, der „William S. Burroughs of California Garage Rock“, wie er selber sagt. Seine Freunde sind Ty Segall und die Allah-Las, deren neues Album er produziert hat. Wie einst die seligen Lounge Lizards bündelt er die Energien aus unterschiedlichen Bereichen wie Film, Literatur, Mode und Musik zu einem vibrierenden Statement, in dem er sich, befeuert vom Unverstandensein, immer mehr zu einem wild entschlossenen Powerhouse entwickelt.

Text: Christine Heise

Nick Waterhouse C-Club, Do 3.4., 21 Uhr, VVK: 20 Ђ zzgl. Gebühr

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