Konzerte & Party

Nick Waterhouse im Lido

NickWaterhouseDas war klar: Nachdem gestandene Soul-Acts wie Sharon Jones & The Dap-Kings, Charles Bradley und demnächst in Berlin Lee Fields die Old School wieder auf die Bühne bringen, drängen auch die Jungen und Unbekannten nach. Nick Waterhouse ist 25 Jahre alt, kommt aus Kalifornien und hat trotz seiner eleganten Erscheinung für die beschlagenen Scheiben der Garagen deutlich mehr übrig als für die klimatisierten Produktionsstudios eines Mark Ronson.

Geprägt von einer fein säuberlich zusammengestellten Schallplattensammlung rund um die amerikanische R&B- und Jazzkultur, darunter Klassiker wie Ray Charles, Roy Head und Little Willie John, teilt er die darin dokumentierte Überzeugung, dass das Gefühl wichtiger ist als die Aufnahmetechnik. Musik sieht er nicht aus der soziokulturellen Per­spektive: „Ich höre nicht einen bestimmten Typ von Musik. Eine Platte ist immer eine Momentaufnahme, und das gilt für 1955 ebenso wie für 2010.“ Seine im letzten Jahr veröffentlichte Debüt-Single „Some Place“ war schnell vergriffen. Sie wird mittlerweile hoch gehandelt, und der Nachfolger „Is That Clear“ macht klar, dass weder er noch seine Band gekommen sind, um Kompromisse zu machen. Zwei Saxofone, drei Backing-Sängerinnen, dazu Drums, Bass und der Gitarre spielende Lead Sänger machen Dampf, sympathisch ungestüm. Jetzt präsentiert der smarte weiße Junge sich und seine Band erstmalig in Europa.

Text: Christine Heise

Nick Waterhouse
Lido, Sa 3.3., 23 Uhr, VVK: 10 Ђ

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