Discofunk

Nile Rodgers im Tempodrom

Der Funk von Nile Rodgers & Chic überzeugt sogar alte Rocksäue

Universal Music

Der beste Auftritt beim Glastonbury-Festival 2013 seien nicht etwa die Rolling Stones gewesen. Schon super, aber nichts im Vergleich zu Chic. „They were fucking mega. Absolutely out of this world“, so Noel Gallagher. Es will etwas heißen, wenn eine altgediente Rocksau wie der Oasis-Gitarrist die berühmteste Disco-Band aller Zeiten über die Platzhirsche seiner eigenen Zunft stellt.

Dabei sind Chic eigentlich nur noch ein Schatten ihrer selbst, sind doch mit Bassist Bernard Edwards und Drummer Tony Thompson zwei von drei Impulsgebern des unverwechsel­baren Chic-Sounds schon lange verstorben. Bleibt allerdings der wichtigste im Triumvirat: Nile Rodgers, dessen hyperliquide Gitarrenlicks die unersetzlichste Zutat im alchemistischen Discoeintopf von Chic waren und sind.

Rodgers’ Lebensleistung ist gewaltig. Neben den weit über das Disco-Genre ausstrahlenden Chic-Hits wie „Le Freak“ und „Good Times“ hat er karrierewegweisende Alben von Diana Ross, David Bowie und der blutjungen Madonna produziert. Geld zu verdienen war für den heute 65-Jährigen nie ein Problem, aber der Umgang damit, wie er 2012 in seiner lesenswerten Autobiografie „Le Freak: An Upside Down Story of Family, Disco and Destiny“ bekannte. Das war ein Jahr vor seinem epischen Comeback, als seine Gitarre den Daft-Punk-Song „Get Lucky“ zum Welthit machte. Und das Beste kommt noch: Im September soll es das erste Chic-Album seit 26 Jahren geben. Nicht nur Noel Gallagher dürfte gespannt sein.

Tempodrom Möckernstr. 10, Kreuzberg, Do 16.8., 20 Uhr, VVK 50 € zzgl. Gebühren

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