Konzerte & Party

Nina Persson im Heimathafen Neukölln

Nina Persson

Als Nina Persson 2005 von Schweden nach New York zog, hofften ihre Bandkollegen der Cardigans noch, dass der Aufenthalt ihrer Frontfrau möglichst bald vorübergeht. Doch Persson blieb, und das dunkel getönte Indierockalbum „Super Extra Gravity“ bliebt seither das letzte der Indiepopband. Wer die Sängerin mit dem edelsüßen Sopran, die mit Ehemann und Kleinkind in Harlem lebt, nach ihrer Stammband fragt, erfährt wenig Konkretes; ab und zu eine Tour wie unlängst nach China scheint ihr zu reichen. Auch ohne ihre alte Band hat Persson genug zu tun: als Familienmutter, zudem als Kopf ihrer von 60s-Charme umwehten Zweitband A Camp mit Ehemann Nathan Larson – und neuerdings als Solistin. „Animal Heart“ heißt das späte Solo-Debüt der 39-Jährigen. Darauf begibt sie sich auf eine stilistische Rückwärtsreise zu „meinen Wurzeln, bevor ich bei den Cardigans eingestiegen bin: 80er-Radiopop“, lässt sie wissen. Es gibt die typischen Zutaten der Synthpop-Ära: liebliche Glockenspieltöne, programmierte Drums, stark behandelte Gitarren. Manches davon wirkt augenzwinkernd, manches bleibt eher unentschieden zwischen Gestern und Gegenwart. „Clip Your Wings“ schippert auf einem gemütlichen Discobass dahin, der Titelsong klimpert sich als leichtgängiger Elektropop ins Ohr. Nicht überall aber gelingt die Retro-Rolle. Vielleicht fehlt diesmal das Gefühl der Melancholie, das der Schwedin zuletzt so gut passte wie eine zweite Haut.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Jörgen Ringstrand

Nina Persson, Heimathafen Neukölln, So 23.2., 21 Uhr,?VVK: 24 Euro zzgl. Gebühr

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