Konzerte & Party

The Noisettes im Postbahnhof

TheNoisettesSie sind nur zu dritt, aber dafür gehen die Noisettes mit einer Energie zu Werke, gegen die kein Kraftwerk ankommt. Schlagzeuger Jamie Morrison treibt die Band unermüdlich an, Gitarrist Dan Smith ist ein Quengelgeist, und an vorderster Front steht mit Shingai Shoniwa eine Frau, aus der die Lava der Leidenschaft wie bei einem Vulkan ausbricht.
Technisch gesehen sind die Noisettes eine Rockband, aber durch Shoniwas Mitwirken entwickeln sie sich zu einer bunten Punk-Soul-Party. In „Never Forget You“ geht Shoniwas von Blues, Soul und Jazz geschwängerte Stimme in Richtung Amy Winehouse. „Don’t Upset The Rhythm“, der UK-Hit aus dem Frühjahr, ist ein dickes Disco-Ding. „Saturday Night“ liegt voll auf der Höhe des Electro-Zeitgeists, „Beat Of My Heart“ könnte von einer Garagenband sein.
Fragt man Shoniwa nach den Gründen für ihr Getriebensein, kommt sie sofort auf die Herkunft zu sprechen. Ihre aus Simbabwe stammende Mutter musste sie alleine in einem dieser elenden Häuserblocks im Süden Londons großziehen. Shoniwa suchte früh nach Fluchtwegen in eine bessere Zukunft und kam dabei irgendwann auf Musik. Anfangs sah es so aus, als sollte sie sich in Nischen abseits des Mainstream einnisten. Matthew Herbert war ihr erster Förderer, er ließ sie für sein Album „Goodbye Swingtime“ Titel einsingen.
Heute gehört Shoniwa längst zu den bekannteren Pop-Persönlichkeiten Großbritanniens. Bei ihr fragt auch schon mal eine Annie Lennox nach, wenn diese etwas mehr Gesangspower im Studio braucht. Am liebsten aber lebt Shoniwa ihren Sturm und Drang an der Seite der Noisettes aus. Davon konnten sich die Zuhörer schon mal vor ein paar Monaten im Bang Bang Club überzeugen. Glückliches Berlin, jetzt steht dir noch so eine Vollgas-Performance bevor.

Text: Thomas Weiland

The Noisettes + Zulu Pearls
Postbahnhof,
Mo 28.9., 21 Uhr, VVK: 15 Ђ
Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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