Konzerte & Party

Nouvelle Vague im Huxleys

Nouvelle Vague

Als Nouvelle Vague zuletzt durch Nordamerika reisten, waren sie ohne Stammsängerin Melanie Pain unterwegs. Die zarte Sirene war schwanger. Ob einer der beiden Bandleader der Vater sei, fragte ein Journalist neugierig. Fehlanzeige, antwortete Olivier Libaux etwas verblüfft. Nicht zum ersten Mal, dass der Pariser Musiker mit landläufigen französischen Klischees konfrontiert wurde – von „faire l’amour“ bis „libertй toujours“. In der Tat verkörpern Nouvelle Vague geradezu parademäßig das Französisch-sein. Allein die freche Grundidee, Punksongs in lässigen Bossa Nova zu verwandeln; Zeilen, die man von zornigen Männern wie Jello Biafra kennt, verführerischen Frauen anzuvertrauen, zu jung oft, um die Originale zu kennen. „Couleurs Sur Paris“ heißt die bereits vierte Platte, die Skeptiker frotzeln ließ, ob denn ein guter Witz besser wird, wenn man ihn ein weiteres Mal erzählt. Kein Thema für Libaux und Partner Marc Collin. Statt auf Wiederholung setzen sie auf die Kunst intelligenter Variation und tauchen hierfür in Frankreichs New Wave-Historie ein. Die jüngsten Coverstücke umfassen den Underground wie Taxi Girl oder Jad Wio, daneben gibt es stilsicher verfremdete Hits von Les Rita Mitsouko oder Mano Negra. Und wie immer drängelten sich großartige Sängerinnen auf der Türschwelle, von Newcomerin Adrienne Pauly bis hin zu Vanessa Paradis.

Text: Ulrike Rechel

Nouvelle Vague, Huxleys, Fr 28.1., 21 Uhr, VVK: 29,50/35 Ђ

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