Konzerte & Party

Berlin Music Week: Clubspreeberlin

ClubspreeberlinEin Schiff, ein Fluss und unzählige Clubs – so etwa könnte man das Konzept von Clubspree zusammenfassen. Im Rahmen der Berlin Music Week  gibt es eine Woche lang Partys, Konzerte und Filme entlang der Spree, ein solarbetriebenes bringt die Besucher vom Reggae- und Dub-Festival im Yaam zum Strand des Sage Restaurants, ins Radialsystem V oder zur Closing-Party-Woche der Bar 25. Clubspree ist eine Reise quer durch die Musikgenres, durch Underground und Hochkultur und gleichzeitig so etwas wie die Bestandsaufnahme eines vielleicht weltweit einmaligen subkulturellen Ballungsraums. Noch lässt sich eine lange Liste von Clubs aufzählen, die sich zwischen Elsen- und Jannowitzbrücke am Fluss ein Zuhause gesucht haben, die dort kleine Parallelwelten schufen, künstlerische und gesellschaftliche Freiräume und einen Nährboden für die Kreativen der Stadt. Noch.

Denn auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als sei momentan noch alles in Ordnung an der Spree – die Lage ist ernst. „Im Moment gibt es allenfalls eine Atempause“, sagt Lutz Leichsenring von der Club Comission. Der Verein kämpft dafür, dass Clubs in Berlin sozusagen unter Artenschutz gestellt werden. „Bis jetzt ist der Spreeraum noch wachsweich, es gibt keine langfristigen Verträge, die Clubs hangeln sich von Saison zu Saison.“ Stellvertretend für die Clubbetreiber fordert die Club Comission Planungssicherheit. Längst kommt ein Großteil der Touristen nicht mehr wegen Brandenburger Tor und East Side Gallery in die Stadt, sondern wegen Bar 25 und Watergate, ganz davon abgesehen, dass Clubs Arbeitsplätze schaffen: In der Bar 25 allein arbeiten mittlerweile über hundert Leute. „Clubs sind heute Unternehmen, nur fordert man von ihnen eine Flexibilität wie von niemand anderem“, sagt Leichsenring. Das Bewusstsein sei mittlerweile da beim Berlin Tourismus Marketing und auch bei der Polititk, aber, so Leichsenring, „eine verbindliche Lösung gibt es nach wie vor nicht. Im Moment doktern wir an einem Brandherd nach dem nächsten herum.“ Hier ein Aufschub und eine Saison mehr, da ein Gerichtsurteil, das vermeintlich Sicherheit schafft – bis das nächste kommt, das wie beim Knaack alles wieder revidiert. Bei der Club Comission ist man sich sicher: Die vermeintliche Ruhe an der Spree momentan hängt auch mit der Rezession zusammen, sobald die Wirtschaft wieder in Schwung kommt, werden Investoren sich wieder an die Brachflächen herantrauen.

Solange das aber noch nicht geschehen ist, gibt es viel zu erleben an der Spree, und genau das wollen die Clubspree-Veranstalter zeigen: Mit Newcomer-Bands, die auf Booten vor dem Publikum am Ufer auftreten werden, oder auch mit Seed-Sänger Dellй, der zum Abschluss im Yaam spielt. Da heißt es hingehen, denn im nächsten Sommer könnte es schon um einiges ruhiger sein am Spreeufer.

Text: Anne Lena Mösken

 

Clubspreeberlin 6. bis 12. September

Alle Locations und weitere Infos zu Programm und Bootsshuttle unter www.clubspreeberlin.de

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