Konzerte & Party

Okkervil River im Kesselhaus

okkervil_riverWill Sheff hat den ganzen Tag Journalisten getroffen, um mit ihnen über das neue Album seiner Band Okkervil River zu sprechen; und er amüsiert sich über die widersprüchlichen Reaktionen: „Jemand meinte, es sei das Euphorischste, was er je von uns gehört hat, ein anderer hat vorher gesagt, grimmiger geht es wohl nicht. Ich finde es interessant, wenn Musik so unterschiedliche Reaktionen auslöst. Ich denke, so fühlt sich das Leben an.“

Die elf neuen Songs auf „I Am Very Far“, die Sheff mit seinem Bandkollektiv eingespielt hat, laufen oft zu hymnischer Größe auf. Im jubilanten „Rider“ etwa erklingen neben zwei Klavieren auch E-Gitarren in orchestergemäßer Gruppenstärke: „In dem Song spielen sieben Gitarren gleichzeitig“, erzählt der 34-Jährige stolz. Immer wieder türmen sich in den Songs akustische Klänge zum erhabenen Soundwall. Typisch für den Wahltexaner, dass sich unterwegs auch mal umfallende Aktenschränke als perkussives Element finden. „Ohne ein paar Ungereimtheiten wäre mir die Sache nicht ganz geheuer“, sagt Sheff. Das gilt auch für seine Texte. In der gospeligen Ballade „Hanging From A Hit“ würzt Sheff eine romantische Szenerie mit trockenem Sarkasmus: „I lie back on her pillow / and ask what her husband is like“, singt er zart. Idyllen ohne Abgründe gibt es eben keine.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Verlässlich gut

Okkervil River Kesselhaus, Mi 18.5., 21 Uhr, VVK: 18 Ђ

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