Konzerte & Party

OM in der Volksbühne

FilipeMarquesIn Al Cisneros’ Welt verweist jedes noch so kleine Teil auf das große Ganze. OM etwa heißt seine Band bedeutungsschwer: zwei Buchstaben,die auf Sanskrit einen heiligen verbindenden Ur-Ton bedeuten: ein Grundsummen, das alles Existierende verbinden soll. Die Songs, die Cisneros mit einem Drummer und einer akustisch gefärbten Klangpalette komponiert, tragen Namen wie “Sinai“,“Addi“ oder “Haqq al-Yaqi“. Titel, die auf verschiedene Weltreligionen und Denkschulen verweisen. Den Initialfunken für die Faszination des Kaliforniers für rituelle Musik lieferten allerdings keine geistlichen Gesänge, sondern seine frühe Sozialisation mit Black Sabbath, genauer: den ersten vier Platten der Heavy-Metal-Erfinder. Bis heute ist für den 40-Jährigen das Werk von Ozzy und Co eine Art Bibel.

Tiefe, langsame Grooves und die Melodien von Cisneros’ Bass-Saiten bilden auch auf dem aktuellen fünften OM-Album “Advaitic Songs“ das gebetsmühlenartige Zentrum. Doch ist zum dröhnungsreichen Fundament eine neue Fülle an Klängen hinzugekommen: arabische Gebetsgesänge, traditionelle Percussion, Flöte und das Cello, das in Stücken wie ‚Addis“ an traditionelle Weisen aus der islamischen Welt erinnert. Der Ernst, mit dem OM ihre Tiefenmeditationen in den Raum schicken, kann durchaus befremdlich wirken – “die Grenze zur unfreiwilligen Komik ist nah“, befand etwa das Online-Magazin “Pitchfork“.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Filipe Marques

OM + Pole Volksbühne,Do 14.11., 20 Uhr, VVK: 22  Ђ zzgl. Gebühr

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