Konzerte & Party

One Hit-Wonder aus dem Internet

Mia RoseSeinen Ruf als unabhängiges Modell zur Karriereförderung blieb das Internet bisher schuldig. Der kurzzeitige inflationäre Anstieg von Klickzahlen auf MySpace-Seiten oder auf You-Tube-Videos hat nur in wenigen Ausnahmefällen (Arctic Monkeys, Lily Allen) nachhaltig zu einem dauerhaften Erfolg geführt. Im Falle der Rockband aus Sheffield war es nicht mal die Band selbst, sondern Freunde und Fans, die die Demos ins Netz stellten.

Hier ein paar weitere Beispiele – erinnern Sie sich noch an:

Alemuel – Kleiner Hai
Noch dümmer als „Schnappi“. Da verwundert es, wie Kollegen sich entblödeten, das auf das Handy zu ziehen. Der abzählreimartige Nonsens erhielt sogar einen Plattenvertrag, d.h. einen professionellen Beat mit Aufforderung, dafür zu bezahlen.

Mia Rose – Beautiful Disaster
Das Katie Melua-Lookalike wurde mit hauchzart geträllerten Liedern zur Akustikgitarre ein Millionenerfolg auf youtube. Oder lag es am hauchzarten Unterhemd der jungen britischen Studentin? So kurzeitig die Klicks, so schnell verschwunden.

Icke & Er – Keen Hawaii
Lustiger HipHop-Youtube-Erfolg aus Berlin. Mit sinnentleertem Gereime und und Gepose stellten sie nicht nur die Aggro-Rapper bloß. Nur ohne die visuelle Unterstützung erschöpfte sich der Song bereits nach einer Minute. Bruce und Bongo waren auch nicht „geiler“. Reichte aber, um 2009 mal mit Bela B. mal auf der Bühne zu stehen und kurzeitig den Hartz-IV- Bescheid zu ignorieren.

Esmйe DentersEsmйe Denters – Outta Here
2006 stellte ein junges holländisches Mädchen ihrer Coverversionen von R&B- und HipHop-Songs auf youtube und erweichte das Herz der Niederlander und einiger Plattenfirmen. Als Dankeschön durfte sie ein Duett mit Justin Timberlake singen. Inzwischen hat die Möchtegern-Beyonce ein erstes Album veröffentlicht. Nur, wer hört das?

Grup Tekkan – Wo bist Du mein Sonnenlicht?
Drei halbstarke Türken nahmen 2005 in einem Jugendclub eine akustische Vorlage eines Kanadiers mit pennälerhafter Lyrik auf und wurden zum Gespött von Stefan Raab und der halben Bildungselite. Solche schlechte Selbstdarstellung – von der gesanglichen und textlichen Leistung mal abgesehen – passte wunderbar zur Prekaritatsdiskussion.

Julia Nunes – All My Loving
Die pumelige New Yorker Blondine versucht seit 2006 mit amateurhaft selbst gedrehten Videos eine Karriere zu starten. Vielleicht hofft sie auch auf den Bridget-Jones-Bonus ihrer meist peinlichen Songwriterfilmchen. 1,9 Millionen Klicks meldet ihre Plattenfirma. Und die Verkaufszahlen?

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